Die Einsamkeit des Bloggers ……

Manche Themen verfolgen einen ja über längere Zeit – so auch dieses Thema. Bereits im Mai auf der #rp12 äußerte Sascha Lobo eindringlich die Ansicht, daß wir mehr bloggen sollen. Daniel Rehn hat sich in seinem Blog mit diesem „Aufruf“ sehr ausführlich und spannend auseinander gesetzt. Auch Jaron Lanier fordert in seinem Buch „Gadget. Warum die Zukunft uns noch braucht“ dazu auf, einen Blog-Beitrag zu schreiben, über den man wochenlang nachgedacht hat (S. 36 – deutsche Fassung). Ja, das tue ich jetzt. Und was passiert dann? Eben! In der Regel passiert ……….. nichts wenig!
Wenn ich mir das Netz als „digitales Dorf“ vorstelle (die nette Alliteration habe ich von der #rp12 mitgebracht), dann sieht es aus meiner Sicht wie folgt aus: Wir haben einen Dorfplatz, um den herum sind ganz viele Häuser angeordnet. In einigen dieser Häuser sind Kneipen untergebracht – die heißen Facebook, Twitter und (die kleine am Ende des Platzes) Google+. In ein paar Häusern (da wohnen die großen und sehr bekannten Blogs) finden auch immer spannende Feiern und Diskussionsrunden statt – manchmal sehr laut und heftig, und gelegentlich rennen dann wütende Besucher über den Dorfplatz zurück nach Hause.
Ich selbst habe ein kleines Zimmerchen mit Blick auf den Dorfplatz. Dort sitze ich, schreibe vor mich hin und betrachte das Leben auf und um den Dorfplatz. Ja,und wenn ich etwas geschrieben habe, dann gehe ich auf den Dorfplatz – aber meistens ist da gerade niemand unterwegs, den ich kenne. Ich drehe eine Runde über den Dorfplatz und – wenn ich dann mutig bin – gehe ich kurz in die Kneipe (in der Regel zu Twitter). Bei einem Heißgetränk erzähle ich dann in vertrauter Runde, daß ich etwas geschrieben habe. Meine vertraute Runde klopft mir meist anerkennend auf die Schulter (und dafür bin ich sehr dankbar) und dann gehen wir wieder nach Hause.
Aber irgendwie passiert doch immer ……….. relativ wenig.
Ja, ich weiß – das liegt auch an mir. Ich könnte mich auf anderen Blogs mit Kommentaren einbringen, ich könnte mehr verlinken, ich könnte meine „Kneipenauswahl“ ändern. Aber: reicht das aus, um das Thema Blogs wirklich „nach vorne“ zu bringen?
Ein Frustbeitrag? Nein, denn ich schreibe gerne und ich bin auch sehr geduldig (und irgendwann wird schon ein Leser vorbeikommen, oder?). Aber je mehr ich in meinen Blogs schreibe, desto deutlicher sehe ich den Reiz der „vorgefertigten“ Netzwerke – ankommen, schreiben, mittendrin sein. Beim Bloggen ist das anders. Da steht die Einsamkeit stärker im Raum. Ich denke alleine, schreibe alleine und warte dann, ob vielleicht jemand vorbeikommt. Und selbst wenn ich meinen Beitrag in den Netzwerken „bewerbe“ ist der Weg doch weiter – gefühlt weiter, denn die Leser müssen die Kneipe (das Netzwerk) verlassen, um meinen Beitrag zu lesen. Oftmals ist dieser Klick nach draußen ein lohnender Weg (generell bezogen auf Blogbeiträge) – aber wieviele machen diesen Klick tatsächlich? Und wie flüchtig ist die Ankündigung?

2 Gedanken zu „Die Einsamkeit des Bloggers ……

  1. … gelesen. 🙂

    Wir sind so damit beschäftigt, all die kleinen Beiträge aus den vielen kleinen Zimmern zu lesen, dass keine Zeit mehr bleibt für ausführliche Diskussionen. Müssen ja auch noch die Bekannten und Verwandten aus den Nachbardörfern besuchen.

    Aber wenn es wichtig ist und auch wirklich darauf ankommt, sind wir sofort zur Stelle!

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