Twitterview – ein mutiges Experiment!

Heute wagte sich Karl-Thomas Neumann, der „Chef“ von Opel, in ein „Twitterview“ mit Spiegel Online. Eine Stunde lang stellte er sich auf Twitter unter dem Hashtag #twopel den Fragen von Spiegel Online, in geringerem Ausmaß auch den Fragen von interessierten Twitterern.

Twitterview?
Menschen, die twittern, sind oftmals auch bei der Wortfindung sehr kreativ. So hat sich der Begriff „Twitterview“ für ein über Twitter geführtes Interview entwickelt – sozusagen als Kurzform für „Twitter Interview“. Die Fragen werden allerdings nicht nur von einem Interviewer gestellt, vielmehr handelt es sich um ein „öffentliches“ Gespräch auf Twitter, an dem über den Hashtag viele Menschen aktiv und passiv teilnehmen können.

Die Rahmenbedingungen

Jedes Interview basiert auf einer Absprache: wer sind die Gesprächspartner, wo findet das Gespräch statt, werden die Fragen vorher abgestimmt, um welche Themen geht es …. Diese Absprache ist auch für ein Twitterview von Bedeutung und sollte keineswegs auf Uhrzeit und Hashtag beschränkt sein, denn hier gibt es einen „dritten“ Mitspieler – die „Twittergemeinde“.

Die Erwartungen der „Twittergemeinde“ an das Twitterview mit Karl-Thomas Neumann waren ziemlich hoch. Die meisten Twitterer gingen ganz klar davon aus, daß sich Herr Neumann gerade auch den Fragen der „normalen“ Twitterer stellt und nicht nur den Fragen von Spiegel Online. Die Ankündigung von Spiegel Online hatte ich im Vorfeld nicht gelesen, sie liest sich jedoch so, als ob nur eine direkte Interaktion zwischen Herrn Neumann und Spiegel Online geplant war, eine Moderation von „Leserfragen“ sollte wohl über Spiegel Online erfolgen.

Und genau hier wurde es schwierig: viele Menschen stellten über Twitter interssante Fragen. Doch diese Fragen wurden weder von Herrn Neumann noch von Spiegel Online aufgegriffen. Schnell machte sich Enttäuschung über das Format bzw. die (fehlende) Reaktion von Herrn Neumann breit.

Auch das Storify von Spiegel Online enthält – obwohl ich viele Tweets mit dem Hashtag #twopel gesehen habe, nur die Tweets (bzw. Retweets) von Spiegel Online und von Herrn Neumann.

Lerneffekt?
Ich war zunächst auch überrascht, daß die „Publikumsfragen“ im Twitterview kaum zum Tragen kamen. Spiegel Online hat anscheinend gerade einmal drei Tweets retweetet. Das ist natürlich zu wenig, um den aktiven Twitterern das Gefühl einer Gesprächsbeteiligung zu geben. Trotzdem finde ich es gut, daß Herr Neumann dieses Experiment gewagt hat. Nur dann, wenn wir etwas ausprobieren, können wir auch lernen.

Aber was ist für mich der Lerneffekt:
– Ich wünsche mir klar kommunizierte Rahmenbedingungen, die gerade am Anfang auch noch einmal per Twitter mitgeteilt werden.
– Ich wünsche mir von Seiten der Interviewer mehr Interesse an den Publikumsfragen.
– Hilfreich wäre es auch gewesen, wenn jemand vom Interviewer-Team auf den „Unmut“ der Twitterer reagiert hätte (Beispiel: danke für die vielen tollen Fragen, wir werden gleich ein paar davon aufgreifen).
– Ich wünsche mir aber auch von den mitlesenden Twitterern einen freundlichen und wohlwollenden Umgang mit Twitterview-Gesprächspartnern. Das Format des Twitterviews ist noch nicht sehr alt und wir alle müssen erst lernen, wie wir damit umgehen. Auch wenn ich die Enttäuschung in einem gewissen Ausmaß verstehen kann, so sollten wir doch alle etwas ausprobieren können und nicht sofort „Perfektion“ einfordern.

Mich persönlich würde sehr interessieren, wie Herr Neumann das Twitterview erlebt hat. Ich habe ihm über Twitter diese Frage gestellt, leider habe ich noch keine Antwort erhalten.

Das Format „Twitterview“ an sich finde ich einerseits spannend, andererseits aber auch ziemlich anspruchsvoll. Gerade bei bekannten Gesprächspartnern dürfte es schwierig sein, Gesprächsfäden über den Hashtag im Blick zu halten. Hier wäre wahrscheinlich eine begleitende Unterstützung notwendig, die Fragen aufgreift, sammelt oder angemessen auf Tweets reagiert.

Mein erstes Barcamp

Stefan Evertz hat in der Blogparade „Dein erstes Barcamp“ dazu aufgerufen, über den ersten Barcamp-Besuch zu berichten. Er möchte wissen, wo, wann und wie das erste Barcamp war und auch, was sich „barcampmäßig“ seitdem ergeben hat.

Der Start: Düren

Meine Barcamp-Premiere fand am 28.04.2012 beim Barcamp Düren statt. Schon lange vorher hatte ich das Thema Barcamp lesend verfolgt, aber aus zeitlichen Gründen (Mediationsausbildung von März 2010 bis Januar 2012) mußte ich bis April 2012 warten. Zeitlich lag auch dieses Barcamp ungünstig (das Wochenende vor der #rp12 in Berlin), aber Markus Jakobs hat beim Twittwoch Köln im April 2012 so enthusiastisch für das Barcamp geworben, daß ich mich für einen Tag angemeldet habe.

Der Start war allerdings holprig. Ich kam pünktlich um 9 Uhr vor Ort an und sah ein paar mir unbekannte Menschen an kleinen Caféhaustischchen verteilt sitzen und gebannt auf ihre Smartphones, Notebooks und Tables schauen. Ich kannte niemand (außer Markus am Empfang). Ich habe einige Minuten schwer mit meinem inneren Schweinehund gekämpft (gehen oder bleiben oder gehen oder bleiben …..). Naja, ich bin geblieben – aber es ist mir schon schwergefallen.

Eine kleinere Runde von Menschen (ca. 40) fand sich dann etwas später in einem großen Saal ein. Dort fand die Vorstellungsrunde mit den drei Hashtags statt, die ich glücklicherweise schon vom Twittwoch Ruhr kannte. Der Vorteil der relativ kleinen Runde offenbarte sich etwas später. Zum einen gab es schnell persönliche Gespräche, zum anderen bestand die Chance relativ spontan im Laufe des Nachmittags doch noch eine eigene Session anzubieten. So habe ich – zum Abschluß meines ersten Barcamps – ein sogenanntes „Pre Mortem“ mit den Teilnehmern des Barcamps gemacht.

Das Barcamp Düren war auch der „Anlaß“ ein eigenes Blogprojekt zu Social-Media-Themen aufzusetzen (anfänglich bei posterous, mittlerweile bei wordpress). Über das Barcamp Düren und meine Session habe ich auch meine ersten „Blogposts“ geschrieben.

Die zweite Runde: Karlsruhe

Die nächste Runde ging an das Barcamp Karlsruhe im Juli 2012. Das Barcamp in Karlsruhe war etwas größer, etwas weiter weg und daher doch wieder etwas „ungewohnt“. Die große Zahl der Namen bei der Vorstellungsrunde konnte ich mir gar nicht merken, bekannte Gesichter gab es für mich kaum. So fiel mir der Zeitraum bis zum Start der Sessions schon etwas schwerer (obwohl ich sogar bei der Vorabendveranstaltung dabei war). Der Vorteil der großen Teilnehmerzahl zeigte sich jedoch bei der großen Auswahl der Themen und Sessions – für mich waren einige spannende Themen dabei, die ich twitternd mit meiner Timeline geteilt habe. Zudem habe ich – ganz regulär – selber eine Session vorgeschlagen und gehalten, mein „Urheberrechtsquiz“. In einer kleineren Runde konnte ich dies bei einem größeren Barcamp austesten.

Danach ….

In der Folgezeit habe ich zwar mit dem ein oder anderen Barcamp-Termin geliebäugelt, aber geklappt hat es dann erst wieder im August mit dem scicamp in Essen und am 02.09.2012 in Berlin mit dem c3s Barcamp. Mein erstes thematisches Camp hatte gleichzeitig einen spannenden Vorteil – es fing erst um 12 Uhr mittags an. So konnte ich wenigstens einmal „ausgeschlafen“ an einem Barcamp teilnehmen! Der Nachteil war, daß ich etwas früher gehen mußte, um meinen Zug nach Wuppertal noch rechtzeitig zu ereichen. Der Einblick in das Thema c3s war aber sehr spannend.

Ende September folgten gleich zwei sehr unterschiedliche Barcamps – das CorporateLearningCamp in Frankfurt am 28.09.2012 und das Barcamp Siegen am 30.09.2012.

Das Jahr 2012 endete „barcampmäßig“ für mich mit dem Barcamp Rhein-Main in Wiesbaden am 24. und 25.11.2012.

2013 startete verhalten – mein erstes Barcamp war „erst“ im April und zwar das gpluscamp in Essen, gefolgt vom Barcamp Düren Anfang Juni, dem Tweetcamp in Köln  Mitte Juni, dem OER-Camp in Köln und dem Corporate LearningCamp im September und dem Barcamp Düsseldorf im Oktober.

Liebenswürdige und „skurrile“ Eigenheiten unterschiedlicher Barcamps

Jedes Barcamp hat seinen eigenen Charaktert, seine Eigenheiten und seine skurrilen Seiten …. – hier ein kleiner Bericht über die „Dinge“, die mir im Laufe der Zeit aufgefallen sind.

Die Eigenheiten fangen schon mit der Registrierung an: eigentlich sollte ich es ja mittlerweile wissen, daß beim Barcamp Rhein-Main immer schon die Hashtags abgefragt werden. Aber auch dieses Jahr hat mich diese Frage überrascht und ich war – wieder einmal – nicht darauf vorbereitet. Ich weiß auch nicht mehr, welche Hashtags ich angegeben habe …….. Wahrscheinlich werde ich sie im November völlig überrascht auf meinem Namensschild entdecken!

Etwas umständlich war die Registrierung für das Barcamp Düren 2013: so schön es sein mag immer wieder neue Tools auszuprobieren, die Nutzerfreundlichkeit sollte nicht völlig verloren gehen. Ich habe minutenlang nach einer Möglichkeit gesucht, mich nur für einen einzigen Tag anzumelden – ohne Ergebnis. Etwas genervt habe ich dann meine „eingeschränkte“ Anwesenheit per Twitter-DM mitgeteilt – gut für den Organisator, nervig für mich.

Die charmanteste Bewerbung hatte aus meiner Sicht das Barcamp Siegen im Jahr 2012. Selten habe ich ein Orga-Team erlebt, daß sich so sehr über jede einzelne Anmeldung gefreut und mit so viel Hingabe um jede Anmeldung gerungen hat. Hut ab, liebes Orga-Team (und auch herzlichen Dank für den Abholservice am Siegener Bahnhof)!

Mit dem Thema „Kaffee“ geht es weiter. An manchen Orten wird der Kaffee liebevoll vorbereitet, an anderen vernachlässigt und oft ist Tee auch ein heikles Thema. Besonders gut schneidet hier das Barcamp Düsseldorf ab – der Service der bei der RP Online erbracht wurde, ist wahrscheinlich kaum zu toppen – gerade weil ein solcher Service für Barcamps nicht üblich ist. Vor meinem inneren Auge erscheinen da eher Probleme mit Kaffeemaschinen (Wiesbaden und Köln) und Pappbecher, die wir mit Namen beschriften sollten (Siegen).

Mein allererstes „Barcamp-Teilnahmezertifikat“ habe ich beim CorporateLearningCamp erhalten – ein Highlight in meiner „Dokumentensammlung“. Vom Corporate Learning Camp kenne ich auch die Begleitung der Sessions durch Etherpads. In einem leeren Sessionplan wird jeder Session schon ein Etherpad zugeteilt, einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Session werden dann gebeten, die jeweilige Session im Etherpad zu begleiten. Auf diese Art und Weise wird während der Veranstaltung schon eine Dokumentation der Sessions erstellt. Perfektioniert hat diese Vorgehensweise das OER-Camp in Köln – dort erhielt ich schon wenige Minuten nach der Sessionplanung einen ausgedruckten Sessionplan mit den Angaben zu den Etherpads.

Warum eigentlich?

Warum fahre ich eigentlich – immer mal wieder – zu Barcamps? Es ist für mich eine gute Möglichkeit, Menschen kennenzulernen, die sich außerhalb meiner „normalen“ Welt bewegen und es ist vor allem eine gute Gelegenheit, mich mit anderen Themen und Blickwinkeln zu befassen. Das erfordert jedoch viel Offenheit und Neugier – für Themen und für Menschen. Eine „kleine“ Hürde ist dabei für mich oft der Bereich zwischen Ankunft (Frühstück, Vorstellungsrunde, Sessionplanung) und Beginn der ersten Session. Einfacher ist es natürlich, wenn ich vor Ort schon ein paar Menschen kenne, sonst ist sehr viel Eigeninitiative (und manchmal auch Überwindung) gefragt, wenn man nicht alleine frühstücken möchte! Auch über manche Sessions war ich in der Vergangenheit enttäuscht. Oft standen „fertige“ Präsentationen im Vordergrund, der Austausch blieb dann manches Mal auf der Strecke. Schon letztes Jahr habe ich meine Gedanken dazu aufgeschrieben, viel hat sich seitdem nicht geändert. Immer wieder erlebe ich es so, daß gerade da, wo Menschen Fragen stellen oder in der Session intensive Gespräche stattfinden, mehr „hängen“ bleibt als bei reinen Präsentationen.

Fazit

Ich kann allen, die grundsätzlich neugierig sind, nur raten das Format „Barcamp“ zumindest einmal auszuprobieren und es auch zumindest einen Tag lang (besser: ein Wochenende) auszuhalten. Entweder ist der Funke dann übergesprungen oder man weiß, daß es nicht paßt!

Bessere Blogbeiträge ….

…. möchte Christian de Vries lesen – und damit dieser Wunsch in Erfüllung geht, teilt er sein profundes Wissen immer mal wieder in Barcamp-Sessions. Ich hatte sowohl beim gpluscamp (12. und 13.04.2013 in Essen) als auch beim Barcamp Düsseldorf (vom 12. bis 13.10.2013 in Düsseldorf) die Gelegenheit von Christians Wissen zu profitieren.

Christians Erwartungen an gute Blogbeiträge sind ziemlich hoch – und das ist auch gut so. Nach dem gpluscamp habe ich daher auf manchen „Blogbeitrag“ verzichtet, weil er meine eigenen Erwartungen nicht erfüllt hätte (von den Erwartungen, die Christian an gute Blogbeiträge stellt, ganz zu schweigen). Aber was macht einen guten Blogbeitrag aus?

Wichtige Vorfragen
Schon bevor das eigentliche Schreiben losgeht, können wir uns mit ein paar Fragen den Schreibvorgang erheblich erleichtern:
– Wichtig ist zunächst die Frage, welche Art von Beitrag wir überhaupt schreiben möchten. Ist es zum Beispiel eine Nachricht, ein Gedanke, ein Reisebericht?
– Was wollen wir mit dem Text transportieren?
– Welche unterschiedlichen Stilmittel gibt es?
– Was ist ein guter Einstieg? Dabei sollten wir uns unbedingt von dem Gedanken lösen, daß wir immer chronologisch berichten. Wichtig ist eher: was war für uns der spannendste beziehungsweise beeindruckendste Moment?
Vor allem: immer an den Leser denken! Hilfreich ist dafür die Gegenfrage: Wie lesen wir selbst? Wann sind wir genervt?

Der Inhalt
Schon in den ersten Satz (notfalls in die ersten beiden Sätze) sollten wir alle wichtigen Informationen packen. Was wirklich wichtig ist, können wir anhand der „W-Fragen“ herausfinden, nämlich:
– wer
– was
– wo
– wie
– wann
– warum
Der anhand dieser Fragen erstellte Satz bildet sozusagen den „Vorspann“ unseres Blogbeitrags.
Erst danach folgt die Erklärung, wie/warum wir zu etwas (zum Beispiel zu dem Thema) gekommen sind und damit der „eigentliche“ Beitrag. Der Vorspann nimmt dabei gerade nicht die Spannung weg. Vielmehr informiert der erste Absatz den Leser und verführt ihn dazu, weiterzulesen.

Im eigentlichen Beitrag können wir dann – zum Beispiel im Rahmen einer „Reportage“ – durch Sätze Bilder in den Köpfen unserer Leser erzeugen und einen richtigen Spannungsbogen aufbauen.

Wie ist das aber mit „Kommentaren“? Der Leser muß schon erfahren, worauf er sich einläßt. Unter Umständen kann es daher hilfreich sein, einen Kommentar schon „oben“ als solchen zu bezeichnen. Auch in einem subjektiven Beitrag zu einem Thema können wir  – bevor wir selbst Stellung beziehen – die Fakten kurz zusammenfassen.

Und nicht vergessen: Links sind Service!

Übliche Fehler
Ja, leider machen wir alle ziemlich viele Fehler. Einige „Standardfehler“ hat Christian auch aufgezeigt:
– wir packen zuviele (unterschiedliche) Themen in einen einzigen Beitrag. Es ist besser, pro Thema/Aspekt einen eigenen Beitrag zu schreiben.
– aktive Sprache verwenden, möglichst keinen Passiv
– wir strukturieren unsere Text nicht/nicht ausreichend: gerade bei längeren Texten sind Absätze und auch Zwischenüberschriften wichtig und machen Texte lesefreundlicher. Auch der Einsatz von optischen Mitteln (z.B. Spiegelstriche für Pro- und Contra-Argumente) kann Texte besser lesbar machen.
– wir sollten unbedingt kürzere Sätze schreiben. Ein guter Satz kommt in der Regel mit 14 Wörtern aus. Eine hilfreiche Übung für kürzere Sätze: im geschriebenen Textentwurf probeweise einfach alle Kommas durch Punkte ersetzen.
– übliche Abkürzungen sollten wir unbedingt ausschreiben. Jede Abkürzung hemmt den Lesefluß!

Zur Übung hilft es, den Text erst einmal „herunterzuschreiben“ und dann rigoros zu redigieren!

Fotos und Zitate
Fotos können einen Text beleben und aussagekräftiger machen. Bei Fotos sollten wir aber darauf achten, daß sie inhaltlich zum Text passen. Einfach „so“ ein Foto einzufügen, stellt keinen Mehrwert dar. Bei Fotos von Personen sollten wir auch darauf achten, daß Foto so einzubinden, daß die Menschen auf dem Foto nicht aus dem Text „herausschauen“. Beispiel: wenn jemand auf einem Foto nach rechts schaut, dann gehört dieses Foto nicht an den rechten Rand des Textes.
Auch wörtliche Zitate sind sehr wertvoll. Dabei sind zwei Punkte wichtig:
– wir sollten unbedingt darauf achten, daß wir richtig zitieren
– bei wichtigen Zitaten ist es unter Umständen hilfreich, wenn wir vor der Veröffentlichung eine Freigabe des Zitats einholen

Die Überschrift
Der gute Blogbeitrag braucht natürlich auch eine gute Überschrift. Manchmal ist das jedoch gar nicht so einfach. Christian schlug uns dafür folgenden Weg vor: auf einen Zettel (ja, richtig: Stift und Zettel – ganz analog) einfach drei mögliche Überschriften aufschreiben, dann den Zettel für (mindestens) eine Stunde zur Seite legen. Nach dieser Zeit wieder auf den Zettel schauen – und dann ist sofort klar, welche Überschrift paßt.

Sponsorendank
Gerade bei Barcamps ist es üblich und (für die Finanzierung des nächsten Barcamps) wichtig, die Sponsoren zu erwähnen. Stefan Evertz hat seine Vorschläge zum Sponsorendank in einem eigenen Blogbeitrag ausgeführt. Die Erwähnung der Sponsoren am Anfang oder mitten im Text kann unter Umständen den Lesefluß hemmen. Eine „gute“ Lösung kann es daher sein, die Sponsoren unter dem Beitrag zu erwähnen. Michael Ludwig Höfer hat das in seinem Blogpost zum ColearningCamp meines Erachtens gut gelöst.

Meine Sicht der Dinge ….
Erst vor ein paar Tagen habe ich einen Blogbeitrag über eine Reise überflogen, der chronologisch aufgebaut war. Sicher eine tolle Reise, aber mich als Leserin hat der Text nicht gefesselt. Insofern bin ich froh, daß Christian so deutlich auf Fehler und auch Chancen hingewiesen hat. Aber wie immer im Leben ist die Theorie leichter als die Praxis. Sätze mit nur 14 Wörtern? Selten! Kommas weglassen? Kein Problem – ich stehe sowie mit der Kommasetzung auf Kriegsfuß! Zwischenüberschriften bei längeren Texten? Ja, gerade hier erstmalig versucht.
Und sonst? Schwer zu sagen, ob meine Blogbeiträge nun „besser“ werden. Aber es hilft eindeutig, daß ich jetzt weiß, wo das Verbesserungspotential liegt (oder liegen könnte ….).

Christian hat seine allererste Session übrigens auch in einem Blogbeitrag festgehalten.

Und hier noch mein herzlicher Dank an die Sponsoren des #barcampDUS, die durch ihre Unterstützung das Barcamp erst möglich gemacht haben:
RP Online
simyo
DocMorris
seitwert
circit

Eine irritierende (An-)Frage …..

Heute erreichte mich über Twitter eine (An-)Frage aus meinem Social-Media-Umfeld, die mich ganz ehrlich irritiert und etwas ratlos zurückläßt. Und weil ich so ratlos und irritiert bin, möchte ich diese „Geschichte“ mit Euch teilen und möchte wissen, was Ihr darüber denkt! Wie geht Ihr mit solchen Anfragen um?

Worum es geht: seit Mai letzten Jahres mache ich immer mal wieder ein „Urheberrechtsquiz„. Meine Premiere hatte ich beim Twittwoch Ruhr und seitdem hatte ich auf Barcamps, Konferenzen und auch Netzwerktreffen immer mal wieder die Gelegenheit, dieses spannende Format anzuwenden. Wesentlicher „Erfolgsfaktor“ (und gleichzeitig auch „Zeitfaktor“ bei der Vorbereitung) ist aus meiner Sicht, für die jeweiligen Teilnehmer spannende Quizfragen zu entwickeln, die tatsächlich zu einem intensiven Austausch mit den Teilnehmern führen.

Und hier der kleine Twitter-DM-Dialog (geringfügig gekürzt und ohne persönliche Namen/Angaben) – ergänzt um meine „Gedanken“:

Fragesteller: Hallo Astrid, hast Du eine Liste mit Urheberrechtsquiz-Fragen, die Du mir geben kannst? (Grußformel)

Astrid denkt: Ähhmm, was ist das denn für eine Anfrage? Warum sollte ich denn jetzt jemandem einfach so meine Fragen schicken? Und zu welchem Zweck? Aber es könnte ja auch nett gemeint sein …. Vielleicht geht es ja darum, einen Kontakt herzustellen oder etwas vorzuschlagen. Also vielleicht erst mal nachfragen?

Astrid antwortet: Für welchen Zweck? Was willst Du damit machen?

Astrid denkt: Wichtig wäre ja auch zu wissen, wer die Zielgruppe ist ….

Astrid antwortet: Und: für welche Zielgruppe?

Fragesteller: Medienkompetenzschulung für XXX in XXX, ich will unter anderem Urheberrecht spielerisch behandeln

Astrid denkt: Öhhmmm, Moment! Da macht jemand eine Schulung und möchte dafür mein Konzept einsetzen? Habe ich das jetzt echt richtig verstanden? Vielleicht doch noch mal nachfragen?

Astrid antwortet: Das heißt, Du möchtest das mit meinem Konzept machen?

Fragesteller: Nein, nicht direkt. Ich habe meine Schulung für … (Termin) vorbereitet, mir fehlen nur noch ein paar Quizfragen.

Astrid erhält Tagesordnung der Schulung per Email. Bei der halbtägigen Schulung ist ein Zeitraum von circa 60 Minuten für rechtliche Bereiche (unter anderem Urheberrecht, Recht in den Neuen Medien, Fallbeispiele) vorgehsehen.

Astrid denkt: Das paßt doch gar nicht! Und einfach Fragen aus dem Zusammenhang zu reißen, macht auch irgendwie keinen Sinn. Und überhaupt: was hätte ich eigentlich davon, die Fragen zur Verfügung zu stellen?

Astrid antwortet: Finde ich ehrlich gesagt problematisch. Da möchte ich Dir nicht einfach meine Fragen (die Erstellung kostet mich echt Zeit) übergeben.

(Ende des Twitter-DM-Dialogs)

Ja, und jetzt sitze ich hier und bin immer noch irritiert. Einerseits finde ich es wichtig, Wissen zu teilen, Fragen zu beantworten und andere – im Rahmen meiner persönlichen und zeitlichen Möglichkeiten – zu unterstützen. Das gehört für mich zu einer guten und sinnvollen Vernetzung dazu. Andererseits fühlte ich mich durch die Anfrage eher „ausgenutzt“. Daher meine Frage: was hättet Ihr gemacht?

Ein Buch ist ein Buch ist ein ….?

Zugegeben: ich bin Vielleserin (man könnte mich auch als „Leseratte“ bezeichnen). Und dementsprechend befinden sich um mich herum Horden von gedruckten Büchern. In Regalen, in Schränken, in Stapeln, auf Tischen, neben meinem Bett, in meinen Taschen und auch in Kartons. Ja, ich weiß, daß es E-Books gibt – aber bisher gab es für mich keinen Grund, ein E-Book zu kaufen. Warum auch? Ein E-Book ist ja „nur“ derselbe Text in einem digitalen Format. Das Lesen am Computer oder auf anderen elektronischen „Devices“ finde ich persönlich etwas mühsam und ich merke immer wieder, daß ich mir Texte zum Lesen lieber ausdrucke. Aber vielleicht könnte es ja doch einen Weg geben, mich zu einem (besonderen) E-Book zu überzeugen?

Vor ein paar Tagen fand ich in einem Buch („The Haunted Bookshop“ von Christopher Morley) den interessanten Hinweis, daß es sich bei dem Buch um ein „HYBRIDBOOK“ handelt und zwar vorne als Hinweis und hinten mit einer kurzen Beschreibung und einem QR-Code bzw. einem Link. Dort findet man einen Downloadbereich für EPUB, KINDLE und PDF (jeweils für iPhone/iPad und andere Computer/Tablets etc. Und was verbirgt sich im heruntergeladenen Dokument? Der Buchtext an sich, Informationen über den Autor, einige (alte) Bilder, Hinweise zu zitierten Werken – insbesondere Gedichten. Der Ansatz an sich ist gut, aber die Informationen haben mich nicht wirklich „vom Hocker gerissen“. So hätte ich mir zum Beispiel eine Liste (mit Links) aller erwähnten Bücher gewünscht – diese habe ich aber nicht gefunden (obwohl sie im Buch auf der letzten Seite angekündigt wird).

Es geht also noch besser. Und genau als ich an diesem Gedanken angekommen war, lief durch meine Twitter-Timeline die Vorstellung des Projektes #sobooks auf der Frankfurter Buchmesse. Bei #sobooks soll es um nichts geringeres gehen, als um die Zukunft des E-Books an sich. Ein hohes Ziel, die Frage ist, ob die Sobooks-Gründer (darunter Sascha Lobo und Christoph Kappes) dieses Ziel tatsächlich erreichen werden.

Ausgangspunkt „meiner“ Twitterdiskussion war das Thema „Gespräche über Bücher“. Ich spreche gerne über Bücher und bei vielen Gesprächen habe ich auch wieder tolle Lesetipps erhalten. Ganz selten führe ich aber ein Gespräch über ein konkretes Buch, meist verläuft es eher so:

(1) in einem Gespräch über ein bestimmtes Thema fallen mir und/oder meinen Gesprächspartnern Bücher ein, die gut zu diesem Thema passen.

(2) ausgehend von einem bestimmten Buch („Hast Du schon …. gelesen …?“) bewegt sich das Gespräch zu weiteren interessanten Büchern und Themen.

Ein Gespräch über ein Buch, fühlt sich da eher beschränkend an – so im Sinne von „nur über ein einziges Buch?“. Insofern kann ich mir nicht wirklich vorstellen, auf einer Plattform über ein konkretes E-Book zu diskutieren. Aber das mag zu kurz gedacht sein.

Spannend ist für mich auch die Frage, wie man ganz unterschiedliche Buchtypen in eine inhaltlich interessante E-Book-Welt bringen kann. In meinem Twitteraustausch mit Martin Lindner hatte ich schon an Fachbücher, Lehrbücher und Romane gedacht. Martin schlug dann sieben unterschiedliche Typen/Beispielstexte vor, für die man  ein „Spektrum“ der Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen könnte. Ja, das fände ich spannend und da sehe ich – über das oben angeführte „Hybridbook“ hinaus gute Chancen.

Beispiel: vor Jahren gab es den Film „Smoking / No Smoking“ – ausgehend von der Frage „Zigarettenpause ja oder nein“ entwickelten sich unterschiedliche Geschichten. Während im Kino dafür zwei völlig getrennte Filme notwendig waren (sozusagen ein zweiteiliger Kinofilm), wäre es mit einem E-Book durchaus möglich unterschiedliche Handlungsvarianten – je nach Wahl des Leser – mitzudenken. Das könnte für einen Roman oder auch für einen Krimi eine spannende Sache sein.

Etwas irritierend fand ich in dem Zusammenhang die Aussage zu #sobooks, daß die Bücher kürzer, dichter und serieller werden sollen. Während ich mit „kürzer“ (je nach Text und Thema) durchaus etwas anfangen kann, sind „serieller“ und „dichter“ für mich nicht unbedingt positive „Buchwerte“. Ich möchte meine Bücher eigentlich weder in kleinen „Häppchen“ haben noch möchte ich auf sinnvolle Einführungen und Übergänge verzichten. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Und ganz ehrlich: meinen heiß und innig geliebten gedruckten Büchern möchte ich trotzdem treu bleiben!