Die Sprache der Digitalisierung ….

Freitag war ich auf einem Summit in Essen. Leider war ich etwas spät dran und so habe ich die Keynote und die ersten Vorträge „Thing big“, „Shift your brand and earn money“ und „From idea to growth“ verpaßt. Aber ich war rechtzeitig zum Fireside-Chat über „The major triad“ da. Sozusagen die letzte Runde vor dem Lunch-Break.

Nach dem Lunch-Break ging es mit einem Afterlunch Kickoff weiter, bevor die Themen „Customer Connectivity“ und „Let’s get together“ behandelt wurden. Irgendwann habe ich von der Conference zu den Sessions gewechselt – dort ging es „Stumbling Blocks & Bottlenecks“, „Local Connections“ und „People and Potentials – Digital Skills“. Leider reichten meine Skills nicht aus, um rechtzeitig an den Coffee Break zu denken und so habe ich die Muffins verpaßt. Auch Matchmaking und SpeedDating sind an mir vorbeigerauscht.

Auf die Session zu „Dedication & Loyalty“, das Networking und das Dinner Buffet habe ich dann verzichtet.

Mich hat es – ganz ehrlich – nicht angesprochen! Und genau darum geht es mir „hier“: Natürlich nutze auch ich viele „denglische“ Begriffe, wenn es um den Bereich Internet und Digitalisierung geht. Aber am Freitag waren es – für meinen Geschmack – einfach zu viele „englische“ beziehungsweise „denglische“ Begriffe, die für den Inhalt weder hilfreich noch notwendig waren. Verstecken wir uns hier hinter einer (vermeintlichen) Fachsprache, um uns noch weniger mit Digitalisierung inhaltlich zu beschäftigen?

#EUdialogues – der Nichtdialog der EU

Heute, gerade während ich diesen Blogbeitrag schreibe, findet in Köln der Bürgerdialog im Schokoladenmuseum statt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind – angeblich – herzlich eingeladen, über die Zukunft Europas und Ihre Wünsche und Vorstellungen zu diskutieren. Alle? Nein, nicht alle. Denn nur die Bürgerinnen und Bürger, die es tatsächlich geschafft haben, einen Platz in Köln zu ergattern, können diskutieren. Ein Livestream war laut Einladung geplant, so steht es auch auf der Seite zum Bürger-Dialog. Aber: es gibt ihn nicht. Ich bin bei dieser Veranstaltung doppelt gescheitert – ich hatte mich für die Veranstaltung angemeldet, jedoch nur einen Platz auf der Warteliste bekommen. Ich muß wohl nicht erwähnen, daß es keine weiteren Rückmeldungen gab. Also habe ich auf den angekündigten Livestream vertraut. Ich habe den Hashtag bei Twitter verfolgt – um den Ort und Beginn eines Livestreams rechtzeitig mitzubekommen. Fehlanzeige! Erst auf Nachfrage bekam ich die Information, daß es keinen Livestream gibt. Das Denkwürdige: gerade an dem Abend, an dem der Digital Kommissar Oettinger dabei ist, gibt es keinen Livestream. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Und der Dialog? Findet halt nicht statt. Zumindest findet kein Dialog statt, an dem ich irgendwie teilnehmen könnte. Ich wurde statt dessen auf eine Seite verwiesen, wo ich Fragen zur EU stellen kann. Hallo? Ich habe keine Fragen zur EU – ich wollte gerne über die EU diskutieren und zwar mit dem Digitalkommissar. Dieser Dialog ist anscheinend weder möglich noch gewollt.

Dialog mit den Bürgern? Leider nur hinter verschlossenen Türen – das ist das Bild, das Europa heute (und ehrlich gesagt nicht nur heute) bei mir hinterläßt!

Die Suche nach dem richtigen Hashtag ….

Heute ist der 9. November. Ein Tag, der ohnehin schon „geschichtsbeladen“ ist. Bisher schlug dieser Tag für mich einen Bogen zwischen dem traurigen und schlimmen 9. November 1938 und dem freudigen 9. November 1989. Auf eine gewisse Art und Weise war das ein Bogen – eine Art „gutes Ende“ einer sehr schlimmen Geschichte.

Doch dieses Jahr kommt wieder ein 9. November dazu. Ich weiß noch nicht, ob er in seiner gesellschaftlichen, politischen und historischen Bedeutung das Ausmaß der beiden anderen Tage erreichen wird. In den USA wurde Trump zum Präsidenten gewählt. Der Wahlkampf war irritierend und verstörend. Mir ist schon klar, daß in dem Begriff „Wahlkampf“ eben auch sehr stark die Idee des „Kampfes“ steckt – aber Ton, Umgang und auch manche „Inhalte“ haben meine gefühlten Grenzen doch sehr stark überschritten. Natürlich heißt das nicht, daß Trump ein schlechter Präsident werden muß. Viel schlimmer finde ich eigentlich die gedanklichen und tatsächlichen Auswirkungen, die dieser Wahlkampf und der Wahlgewinn in gesellschaftlich und politisch in Deutschland, in anderen europäischen Ländern und auch allgemein in Europa haben kann.

In dieser Stimmung habe ich heute ein sehr gutes und auch sehr ausführliches Twittergespräch mit Peter Jakobs geführt. Ein Gespräch für das ich sehr dankbar bin, weil es auch um die Möglichkeiten und Grenzen von (positiver) Veränderung ging. Zu diesem Thema paßten dann auch die Tweets von Sabria David:

Ja, ich glaube, daß das tatsächlich der richtige Weg ist. Wir sollten gemeinsam überlegen, wie wir unsere Gesellschaft und unsere Demokratie in Deutschland und Europa gestalten. Welche Ideen haben wir? Welche Fragen stellen wir uns? Was wollen wir ausprobieren? Und irgendwie fehlt mir dazu noch der richtig gute Hashtag – zukunftsgewandt, zu Aktivitäten einladend, offen …..

Welcher Hashtag würde Euch ansprechen und bewegen?