Müssen wir alles aufzeichnen?

Mitte August habe ich mit Sebastian Greiner, Sascha Hüsing und Jan Theofel eine spannende Diskussion über das Thema Livestreaming bei Barcamps geführt. Meine Sicht der Dinge habe ich in einem Blogbeitrag ausgeführt, am gleichen Tag hat auch Sebastian Greiner einen ausführlichen Blogbeitrag geschrieben. Auf diesen Beitrag habe ich bisher noch nicht geantwortet – das möchte ich jetzt nachholen.

Vorweg: Aufzeichnungen in Zeiten der Überwachung?
Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich vor zwei oder drei Jahren anders mit dem Thema Livestreaming bei Barcamps umgegangen wäre. Die letzten Jahre haben zu dem Stichwort „Überwachung“ einige negative Facetten gezeigt – nicht zuletzt den Neubeginn der Vorratsdatenspeicherung vor ein paar Tagen. Gerade die Art und Weise, wie die Bundesregierung mit den Grundrechten der Bürger umgeht, bereitet mir Bauchschmerzen. Das habe ich an anderer Stelle auch schon ausführlicher thematisiert. Macht es Sinn, in solchen Zeiten zusätzlich durch Aufzeichnungen „Material“ zu sammeln?

Trotzdem war das Thema Überwachung nicht der Grund meiner ablehnenden Haltung. Vielmehr hatte ich den Eindruck, daß wir von unterschiedlichen „Grundannahmen“ über Barcamps ausgingen und mit diesen „Grundannahmen“ möchte ich mich im Folgenden auseinandersetzen.

Barcamp als Bühne?
William Shakespeare hat die ganze Welt als Bühne und alle Männer und Frauen als Schauspieler bezeichnet. Nach diesem Verständnis ist natürlich auch das Barcamp eine Bühne – aber alle Barcampteilnehmer sind dann Mitspieler. Dieser Gedanke paßt gut zu meinem Barcampverständnis. Auch als Sessiongeberin betrete ich keine Bühne, sondern bearbeite mit den Mitspielern in meiner Session gemeinsam ein Thema. „Bühne“ beinhaltet für mich ganz stark eine Unterscheidung in aktiv und passiv, oben (Bühne) und unten (Publikum), wissend und unwissend. Ja, natürlich präsentiere ich mich oft als Expertin, wenn ich eine Session anbiete. Mir ist es aber wichtig, daß wir auf Augenhöhe miteinander sprechen und ich (auch in meiner Session) von den Erfahrungen und Fragen der Sessionteilnehmer lerne – deswegen ist der „Bühnengedanke“ für mich nicht wirklich zutreffend.

Fertige Vorträge?
Ja, ich weiß – auf vielen Barcamps werden fertige Vorträge als Sessions angeboten – oft auch immer wieder dieselben Vorträge. Das ist ehrlich gesagt ein Punkt, den ich ziemlich enttäuschend finde und auch gelegentlich schon angesprochen habe.. Wir nehmen das Potential eines Barcamps nicht wahr, wenn wir Gespräche in die Pausen verbannen und fertige Vorträge präsentieren. Ich habe Barcamps gerade in den letzten zwei Jahren gerne genutzt, um immer wieder neue Themen und neue Formate auszuprobieren. Eine Aufzeichnung finde ich dabei hinderlich. Ich möchte gerade die Möglichkeit des Scheiterns haben – muß das verewigt werden?

Meine Befürchtung ist auch, daß zunehmende Aufzeichnung auch zu mehr fertig vorbereiteten Vorträgen bei Barcamps führen wird. Für manche mag das eine gute Entwicklung sein, ich sehe das anders – gerade das Spontane, Unfertige und Unperfekte macht für mich einen großen Teil des Charmes von Barcamps aus.

Barcamps sind Gespräche
Ganz richtig hat Sebastian in seinem Beitrag auch festgestellt, daß Abwesende das „Socialising“ vor Ort nicht mitbekommen. Aber: die Gespräche bei guten Barcamps finden eben nicht nur in den Pausen statt, gute Barcamps sind eigentlich ein ununterbrochenes Gespräch. Kai von Lewinski hat auf der Telemedicus-Sommerkonferenz über das Konzept einer gestuften Öffentlichkeit nachgedacht.

Diesen Aspekt finde ich – gerade im Hinblick auf Barcamp-Gespräche – sehr wichtig. Die Unterscheidung privat – öffentlich (also schwarz oder weiß) paßt nicht wirklich auf die tatsächliche Situation. Die „Öffentlichkeit“ des Barcamps bedeutet zunächst, daß jeder Mensch teilnehmen kann – es gibt (außer der zahlenmäßigen Beschränkung über die Anzahl der Tickets) keine Beschränkungen für die Teilnahme. Das ist auch gut so – trotzdem ist das Gefühl der Öffentlichkeit bei einem Barcamp und gerade in einer Session „relativ“. Es sind eben „nur“ zehn, zwanzig oder vielleicht auch vierzig Menschen in einem Raum. Bisher hatte ich in solchen Räumen auch das Gefühl, gut einschätzen zu können, ob beziehungsweise wie ich mich an einem Gespräch beteilige. Manchmal gehören dazu auch provozierende Fragen, Bezugnahmen auf andere Sessions oder Pausengespräche, Berichte über persönliche Erfahrungen. Streaming und Aufzeichnung durchbrechen diese relative Öffentlichkeit des begrenzten Raums und stellen eine absolute Öffentlichkeit her. Das mag für manche Menschen ein Vorteil sein, ich empfinde es als Nachteil.

Von der Barcamp-Session zur TV-Talk-Show?
Denn mit Streaming und Aufzeichnung wird aus der Barcamp-Session plötzlich eine „TV-Talk-Show“ und meine Rolle ändert sich. Ich bin nicht mehr die bloße Barcamp-Teilnehmerin, die Weiterbildung, Austausch und gute Gespräche sucht, sondern öffentliche Darstellerin. Damit muß ich mir plötzlich auch die Frage stellen, ob meine Rolle beim Barcamp zu einer derart öffentlichen Rolle paßt. Das hat viel mit den jeweiligen Rollen und den Erwartungen an die Rollenbilder zu tun. Es war für mich ein Vorteil des Barcamps, daß ich die oft eher formale Rolle der „Anwältin“ (kritische Analyse, klassische Kleidung) auf solchen Veranstaltungen für mich hinterfragen konnte. Gerade die Möglichkeit, mich auch bei (aus der Perspektive der Anwaltsrolle) fernliegenden Themen aktiv einzubringen, war ein unglaublicher Vorteil und eine Bereicherung. Livestreaming und Aufzeichnung empfinde ich persönlich daher als Beschränkung. Eine persönliche Befindlichkeit oder sogar Empfindlichkeit? Ja, definitiv!

Gestaltungsmöglichkeiten?
„Du kannst Barcamps doch mitgestalten“ wurde mir über Twitter vorgeschlagen. Ja, schon richtig. Aber das macht das Problem für mich nicht kleiner, sondern eher größer. Natürlich kann ich das Thema „Öffentlichkeit“ beziehungsweise „Livestreaming und Aufzeichnung“ ansprechen. Damit habe ich dann aber gleich mehrere Probleme: ich torpediere die Session auf der Metaebene (wer will schon über das Thema diskutieren, wenn eigentlich die Session zu einem anderen Thema laufen sollte) und ich muß mich mit der schwierigen Frage auseinandersetzen, wer denn überhaupt entscheiden soll? Der Sessiongeber, die Teilnehmer? Reicht das Veto eines Teilnehmers oder sprechen wir über Mehrheitsentscheidungen? Theoretisch sind das spannende Fragen, praktisch finde ich eine solche Vorgehensweise unfair. Sie ist unfair, weil sie weder meinen Interessen noch den Interessen der anderen gerecht wird. Es fehlt die Balance und es fehlt die Möglichkeit sich „wissend“ zu entscheiden.

Fazit
Auf Twitter hatte ich es schon geschrieben – für mich haben Barcamps ihre Attraktivität verloren. Das ist schade – vor allem für mich, aber der (persönliche) Preis, den ich zahlen müßte, ist mir „so“ zu hoch. Insofern kehre ich jetzt zu klassischen Konferenz- und Vortragsveranstaltungen zurück. Auch da wird mittlerweile oft aufgezeichnet, aber da bewege ich mich in der beruflichen Rolle, außerdem bin ich dort nicht Gesprächspartnerin, sondern in der Regel „nur“ Zuhörende. Und vielleicht entwickelt sich ja irgendwann ein Format, das auch für mich wieder paßt!

Falsche Frage …….

Es ist immer wieder erstaunlich, wieviel Einfluß die Formulierung einer Frage auf den Inhalt und den Verlauf eines Gesprächs/einer Diskussion haben kann. Gute Fragen können „wie Küsse schmecken“ (so auch der Titel eines sehr spannenden Buches von Carmen Kindl-Beifuß) und damit gute und spannende Gespräche eröffnen, weniger gute Fragen verbauen den Weg zum Gespräch, setzen den Befragten manchmal sogar unter Druck oder stellen ihn bloß (anschaulich geschildert im Buch „Warum? Von der Obszönität des Fragens“ von Aron Ronald Bodenheimer).

Warum ich dieses Thema jetzt aufgreife? Sonntag vor einer Woche entspann sich auf Twitter eine Diskussion rund um das Thema Live-Streaming von Sessions auf Barcamps. Die Frage, die – zunächst unausgesprochen – im Raum stand, war „Live-Streaming bei Barcamps – pro oder contra?“ Eine offene Frage, die völlig unterschiedliche Sichtweisen und Aspekte im Rahmen des Gesprächs zuließ. So haben wir im Verlauf des Sonntags unter anderem über die Vor- und Nachteile für Sessiongeber, Teilnehmer, abwesende Interessierte, Orga-Teams und Sponsoren gesprochen. Die „Streaming-Kompatiblität“ unterschiedlicher Inhalte war ebenso Thema wie die Frage der Sponsorengewinnung und damit der Finanzierung von Barcamps. Die 140-Zeichen-Begrenzung bei Twitter war für uns alle immer wieder eine Herausforderung – es ist gar nicht so einfach, komplexe Inhalte in kurzen Tweets halbwegs verständlich darzustellen. So war es nicht verwunderlich, daß wir auf die Idee kamen Blogbeiträge zu „Livestreaming bei Barcamps – pro oder contra?“ zu schreiben. Der „pro-Beitrag“ erschien im Stream-Café, mein „contra-Beitrag“ in diesem Blog, weitere Beiträge werden vielleicht noch folgen.

Gerade weil die Diskussion zu dem Thema sehr spannend war, fand ich die Idee, das Gespräch in einem Hangout fortzusetzen zunächst gut. Dabei bin ich aber davon ausgegangen, daß auch dem Gespräch im Hangout dieselbe offene Fragestellung „Livestreaming bei Barcamps – pro oder contra?“ zugrundeliegt. Eine Fehlannahme! Aus der offenen Ursprungsfrage ist nämlich „Geschützte Räume, Autorisierungen, Regeln: Wie offen sollen Barcamps sein?“ geworden. Das mag aus Sicht der Streaming-Befürworter eine wichtige Frage sein, mit der offenen Ursprungsfrage hat diese Frage aber nichts mehr zu tun. Vielmehr steckt in der Frage schon die wertende Grundannahme und „Unterstellung“, daß ein Barcamp ohne Streaming gerade nicht offen ist. Das sehe ich anders und dazu werde ich sicherlich irgendwann auch etwas schreiben.

Wesentlich ist für mich aber folgender Punkt: es macht für mich keinen Sinn, eine derartig einseitig formulierte Frage in einem Hangout zu diskutieren. Die Fragestellung lädt gerade nicht dazu ein, unterschiedliche Aspekte zu beleuchten und zu hinterfragen, es ist auch keine Weiterführung der ergebnisoffenen Diskussion, denn die Frage beinhaltet das (gewollte) Ergebnis ja schon. Schade, denn so hat die Diskussion ihren Charme völlig verloren!

Livestreaming bei Barcamps?

Das zufällige und eher flüchtige Scrollen meiner Twittertimeline am späten Sonntagvormittag führte mich heute mitten in eine spannende Diskussion rund um das Thema „Livestreaming“. Das Barcamp Rhein-Main wird – wie auch schon in den vergangenen Jahren – zum Teil live gestreamt und zwar jeweils eine Session von insgesamt wohl sechs gleichzeitig stattfindenden Sessions. Auf den ersten Blick eine gute Idee, auf den zweiten Blick …..? Und so sprach mir eine skeptische Antwort auf eine eher enthusiastische Ankündigung aus der Seele und führte mich dazu, mitzudiskutieren.

Auf den ersten Blick …..
…. ist es natürlich toll, wenn man auch aus der Ferne spannende Sessions bei einem Barcamp mitverfolgen kann. Das habe ich – gerade beim Barcamp Rhein-Main – sogar schon einmal gemacht. 2013 konnte ich nicht persönlich teilnehmen, über das Livestreaming konnte ich die Session von Thomas Zimmerling zum „Social Storm“ verfolgen. Diese wirklich gute Session ist auch nach wie vor online. Also eigentlich alles ganz wunderbar, oder? Nein, denn …..

Auf den zweiten Blick ….
…. spüre ich ein „gewisses Unbehagen“. Es ist eine Sache, daß ich als (ferne) Nutzerin davon profitiere, Veranstaltungen aus der Ferne live zu verfolgen. Als Anwesende vor Ort stellt sich die Situation für mich anders dar. Viele der richtig guten Barcamp-Sessions leben davon, daß eine offene Diskussion mit (zum Teil auch sehr persönlichen) Erfahrungen der einzelnen Teilnehmer stattfindet. Kann da, wo eine Kamera alles aufzeichnet, live streamt und dauerhaft bewahrt, eine solche offene Diskussion noch möglich sein? Reicht es aus, daß die Teilnehmer wissen, daß die Session gestreamt/aufgezeichnet wird? Oder beeinflußt dieses Wissen die Entscheidung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, ob sie die Session besuchen und ob sie wirklich mitdiskutieren? Was geht uns möglicherweise vor Ort verloren, weil wir Gesprächsräume „unkontrolliert“ nach außen öffnen?

Vor Ort gibt es natürlich unterschiedliche Perspektiven und Interessen. Es gibt die Perspektive der Veranstalter, die natürlich – immer wieder – das Finanzierungsproblem haben. Führt Livestreaming (beziehungsweise die damit verbundene „Reichweite“) tatsächlich zu höheren Sponsoringeinnahmen?
Dann gibt es noch die Perspektive der Sessiongeber. Für einige mag Livestreaming durchaus ein (Selbst-) Marketingvorteil sein, für andere paßt es vielleicht nicht zum geplanten Inhalt.
Schließlich gibt es noch die Perspektive der Sessionteilnehmer – inwieweit beeinflußt Streaming deren Bereitschaft, aktiv (also mit Fragen und Äußerungen) an einer Session teilzunehmen?

Meine eigene Perspektive
Aus eigener Erfahrung kenne ich die Perspektiven als (aktive und passive) Sessionteilnehmerin und als Sessiongeberin. Als Sessionteilnehmerin weiß ich „vorher“ natürlich nicht, ob beziehungsweise wie ich mich inhaltlich beteiligen werde. Oft besuche ich Sessions, deren Thema ich spannend finde – gerade weil ich mich mit einem Thema noch gar nicht oder nur wenig beschäftigt habe. Je weniger ich über ein Thema weiß, desto schwieriger ist natürlich eine aktive Diskussionsteilnahme im Rahmen der Session, trotzdem besteht natürlich die Möglichkeit Fragen zu stellen – zum Beispiel zu benutzten Begriffen oder Hinweisen zur Vertiefung. In der Regel twittere ich aus den von mir besuchten Sessions – mich ansprechende Inhalte der Sessions, Fragen der anderen Teilnehmer, die das Thema für mich vertiefen oder andere Aspekte aufwerfen, Fragen und Verbindungen zu anderen Themen, dir mir plötzlich einfallen – oft entsteht so ein Gespräch mit fernen (und mir zum Teil sogar unbekannten) Twitternutzern.

Als Sessiongeberin nutze ich Barcamps gelegentlich, um neue Themen und/oder neue Methoden auszuprobieren. Das Gespräch – der offene Austausch – steht für mich bei meinen Sessions im Vordergrund. Es muß allen Teilnehmern möglich sein, (vermeintlich „dumme“) Fragen zu stellen, eigene Erfahrungen zu berichten und von den den Fragen und Anmerkungen der anderen zu lernen. Dafür brauche ich eine Art geschützten Raum. Es geht nicht darum, daß niemand über die Session berichtet, sondern eher darum, daß für eine kurze Zeit die gemeinsame Arbeit an einem Thema/das gemeinsame Nachdenken über eine Frage im Vordergrund steht. Livestreaming würde diese „Illusion“ des geschützten Raums zerstören und mit der Dauerhaftigkeit des Abrufs durch den gespeicherten Stream gerade auch die Leichtigkeit und Flüchtigkeit der Gespräche stören.

Mehr Flüchtigkeit!
Bei „Flüchtigkeit“ denkt man natürlich schnell an fehlende Aufmerksamkeit, an „Flüchtigkeitsfehler“. Der Duden führt als Synonyme für „Flüchtigkeit“ jedoch auch Kurzlebigkeit und Vergänglichkeit an. Nicht alles, was speicherbar ist, muß auch gespeichert werden. Für mich besteht der wesentliche Teil eines „guten“ Barcamps aus Gesprächen – aus den Gesprächen in den Sessions, aus den Gesprächen in den Pausen und am Abend und aus den Gesprächen über Twitter. Diese Gespräche „speichere“ ich in meinem Kopf und meinem Herzen, ich brauche für diese Gespräche keinen externen technischen Speicher, weil diese Gespräche in ihrer Einzigartigkeit aus der jeweiligen Situation flüchtig entstehen – eine zufällige Begegnung an der Kaffeemaschine, ein Stichwort auf dem Flur, eine Frage in der Session. Livestreaming und Aufzeichnung nehmen den Gesprächen diese Leichtigkeit und Flüchtigkeit, die auch das Ausprobieren provozierender Thesen und „brisanter“ Äußerungen erlaubt, die gut zur Atmosphäre vor Ort passen, aber von fernen „Zuschauern“ gar nicht nachvollzogen werden können und ihren Kontext verlieren.

Mein Fazit
Ich möchte das Livestreaming keinesfalls „verteufeln“, ich persönlich glaube aber nicht, daß es für ein Barcamp „gut“ ist. Meine Diskussionsfreude ist bei gestreamten Sessions deutlich gedämpft, ich selber möchte meine Sessions auch nicht zum Livestreaming anbieten, weil mir der echte offene Austausch wichtiger ist als die mögliche Reichweite.

Vermutlich habe ich jetzt viele wichtige Aspekte ausgelassen, aber es wird sicherlich noch andere Beiträge zu diesem Thema geben.

Herzlichen Dank jedenfalls für die spannende Twitterdiskussion an Sascha Hüsing, Sebastian Greiner (der hinter @LivestreamFfm steckt) und Jan Theofel.

Nur wer sich zeigt ….

…. kann auch gesehen werden! Das ist zumindest für mich die wichtigste Erkenntnis aus einem Gespräch beim Barcamp Ruhr #bcruhr8 und der Session von @LeseratteJ und @JuliaSpunkt zum Thema „Quereinstieg in Social Media“.

Karsten Lohmeyer hat bei seinem Auftritt auf der „Rock the Blog 2015“ am Beispiel „Bloggen“ die Chancen, die wir heute – als potentielle selbständige Publizisten aber auch als Prosumenten im Sinne von Rifkin – haben, sehr schön herausgearbeitet. Noch wichtiger: er hat eindrucksvoll berichtet, was er selbst aus dieser Chance gemacht hat. Aber zum Ergreifen dieser Chance gehört auch Selbstmarketing und da kommen wir zum Thema Social Media. Was aber braucht man, um Social Media – vor allem im Beruf – „erfolgreich“ einzusetzen zu können?

Was zählt? Zertifikat oder Wissen?
Der Bereich Social Media hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Wenn ich an meine ersten „interaktiven“ Schritte im Internet zurückblicke, dann denke ich vor allem an Mailinglisten und Foren. Auch wenn die Entwicklung im Rückblick rasant erscheint, so hatte ich doch die Chance nach und nach in diesen Bereich hereinzuwachsen, Plattformen und Interaktionsformen auszuprobieren (und auch wieder zu verwerfen) und Vorlieben zu entwickeln.

Als „Social Media“ Einzug hielt, war ich schon berufstätig, während meines Studiums gab es diesen Bereich noch nicht. Aber auch heute ist „Social Media“ in vielen (vermutlich den meisten) Ausbildungs- und Studiengängen (noch) kein Thema, auch heute müssen Berufsanfänger und Jobwechsler sich diese Kenntnisse selbst aneignen – um sich selbst zu vermarkten, um ihre Chancen auf einen guten Job zu erhöhen oder auch für einen richtigen Quereinstieg. Schon seit geraumer Zeit werden von vielen Einrichtungen entsprechende Kurse angeboten. Ich selbst bin als Dozentin für den Bereich „Recht“ in einem Kursangebot der LVQ für angehende Social-Media-Manager tätig. Also ein Kurs mit Zertifikat als richtiger Weg?

Nein, ganz so einfach ist es aus meiner Sicht nicht und dies wurde in der Barcampsession zum Thema „Quereinstieg in Social Media“ auch angesprochen. Nicht das Zertifikat ist das eigentlich Wertvolle an der Weiterbildung (auch wenn viele Unternehmen/potentielle Arbeitgeber dies so sehen mögen), wirklich wertvoll ist das erworbene Wissen, die unabhängig von konkreten Plattformen erworbene Handlungskompetenz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine Weiterbildung kann insoweit immer nur eine Grundlage sein, auf der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann konkret aufbauen.

Wo anfangen? Eine Frage der Glaubwürdigkeit ….
Wo aber sollen die zertifikatsgeprüften Teilnehmerinnen und Teilnehmer anfangen? Das ist die Crux an diesem Thema. Einerseits ist das Zertifikat in vielen Unternehmen eine notwendige Voraussetzung, andererseits ist ein Zertifikat noch lange kein Türöffner. Woher soll das Unternehmen auch wissen, ob der-/diejenige auch wirklich weiß, was er/sie da tut ….. Theoretisches Wissen – erworben durch Kurse, Buch- und Bloglektüren – kann da nur eingeschränkt weiterhelfen, wichtiger ist die konkrete Anwendung im praktischen Leben. Wer zeigt, daß er/sie ein Netzwerk aufbauen, ein Thema virtuos bespielen kann, der zeigt über die Theorie hinaus Glaubwürdigkeit und ist vielleicht schon einen Schritt weiter. Dieser erste Schritt kann durchaus im Rahmen eines Praktikums oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit stattfinden, oder im Rahmen eines eigenen Herzensprojekts. Darin steckt eine große Chance ….

…. und eine Last
Es ist gleichzeitig eine große Last, das für eine Bewerbung oder einen Quereinstieg, der Wissensnachweis nicht (mehr) ausreicht. Wer hat als Berufsanfänger schon die Zeit und auch die finanziellen Möglichkeiten flugs ein eindrucksvolles Projekt oder Netzwerk aufzubauen? Vernetzung und Projektaufbau brauchen Zeit, Ideen und auch eine gewisse Gelassenheit, wenn etwas nicht (sofort) funktioniert. Die Spirale des „ich-bin-besser“ oder „ich-bin-kreativer“ ist nicht für alle von uns eine positiv empfundene Herausforderung.

Das Herzensprojekt ….
Dennoch glaube ich, daß ein „Herzensprojekt“ ein guter Einstieg sein kann. Wir alle haben unterschiedliche Interessen und Ansichten. Wer es wagt, ein Thema, das ihr/ihm am Herzen liegt, herauszugreifen, es sichtbar zu machen, der schafft es auch leichter, selber sichtbar zu werden. Karsten Lohmeyer ist dafür ein gutes Beispiel, Karin Krubeck auch!
Ja, das sind große Projekte, aber auch diese Projekte haben einmal klein angefangen – mit einer Idee, mit ein paar Beiträgen, den passenden Social-Media-Präsenzen …… sicherlich auch einigen Fehlern, aber vor allem mit viel Begeisterung und Herzblut für das gewählte Thema!
Natürlich kann man dabei scheitern, aber ganz ehrlich: lieber scheitern, als nicht einmal anfangen!

Danke….
… an das Barcamp Ruhr, in dessen Rahmen die Gespräche und die zugrundeliegende Session stattfanden. Mein besonderer Dank gilt dem Orgateam bestehend aus Berthold Barth und Maik Wagner sowie den Sponsoren, die Djure Meinen so schön zusammengefaßt hat:

Was Schumpeter auf dem Barcamp zu suchen hat ……

Ende Februar war das erste Barcamp in Bonn #bcbn15 und ich war – trotz immer noch starker Erkältung – ab der Mittagszeit dabei. Gesundheitlich vielleicht nicht ganz so weise, inhaltlich eine gute Entscheidung, denn das Barcamp hat mir gut gefallen. Von daher möchte ich ein herzliches Dankeschön an das Orgateam und auch an die Sponsoren aussprechen – Ihr habt eine tolle Arbeit geleistet und eine schöne Atmosphäre geschaffen!

Das Barcamp ist nur der Rahmen ….
Das Orgateam (bestehend aus Karin, Johannes und Sascha) und das Forum Internationale Wirtschaft haben uns einen angenehmen Rahmen zur Verfügung gestellt, die Aufgabe aller Anwesenden ist – wie bei jedem Barcamp – diesen Rahmen auch angemessen zu füllen.

Ich habe letzten Samstag – auch bedingt durch meine späte Ankunft und meine Erkältung – nur wenige Sessions mitbekommen. Dafür habe ich ein kurzes aber sehr spannendes Gespräch mitverfolgt, in dem es genau um die Frage der vorgeschlagenen und angebotenen Inhalte ging. Und nein, es geht mir nicht um Kritik an den angebotenen Sessions, sondern eher um die Frage, ob und wie wir mehr thematische und methodische Vielfalt erreichen können.

Es kostet natürlich Überwindung, sich überhaupt erst einmal bei einem Barcamp „vorne“ hinzustellen, eine Session vorzuschlagen und diese dann auch zu halten. Ich freue mich immer wieder, wenn ich auf Barcamps komplett neue Sessiongeber (und -geberinnen) und/oder neue Sessionthemen erlebe. Von daher geht mein Dank auch an alle, die letzte Woche eine Session gehalten haben – auch wenn ich nur einen kleinen Ausschnitt erleben konnte. Jede Session erfordert Vorbereitung – nicht unbedingt eine fertige Präsentation, aber doch eine Idee und eine Vorstellung, was in der Session passieren soll, welche Themen angeschnitten werden sollen, ob es eher eine Diskussion oder ein Vortrag sein soll …… oder doch ganz anders?

Denn gestern kamen in einem Gespräch zwei Punkte auf, die mir so wichtig erscheinen, daß ich sie hier aufgreifen möchte:
– warum gibt es eigentlich kein Barcamp oder zumindest nicht mehr Sessions bei denen praktische Erfahrungen im Vordergrund stehen? Also auch mehr Sessions in denen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen selbst praktische Erfahrungen machen können ……
– warum beschränken wir uns methodisch oft auf (theoretische) Vorträge und Diskussionen?

…. für innovative Inhalte und Kombinationen …..
Und genau hier kommt Schumpeter ins Spiel. Gunnar Sohn hat gestern eine Session zu Schumpeter gemacht – wobei es ihm vor allem um die Persönlichkeit Schumpeters, sein Leben und die Entdeckung seiner Spuren in Bonn ging. Laut Schumpeter ist eine Innovation nicht nur eine Neuerfindung, sondern auch eine neue Kombination von bereits vorhandenen Dingen/Faktoren. Schumpeter hat dies natürlich unmittelbar auf den Bereich der Wirtschaft bezogen. Es paßt aber gerade zu einer Session über Schumpeter, den Begriff auch wieder innovativ – also in einer neuen Kombination – anzuwenden und zwar gerade in bezug auf Barcamps und die Sessions auf einem Barcamp. Interessanterweise paßt die von Schumpeter für die Wirtschaft entwickelte Theorie auch zu den Tätigkeitskategorien, die der russische Künstler Kasimir Malewitsch formuliert hat. Malewitsch spricht von drei Tätigkeitskategorien – dem Erfinden (als Gestaltung des Neuen) und dem Kombinieren (als Umgestaltung des Vorhandenen) als „progressiven“ Tätigkeiten und dem (als „reaktionär“ bezeichneten) Reproduzieren (Nachbildung des Vorhandenen). Sowohl für Malewitsch als auch für Schumpeter ist die Neukombination eine „innovative“ Tätigkeit.

Spannender Gedanke, oder? Wir kombinieren einfach „Dinge“ neu und bekommen spannende neue Sessions und viel Gesprächsstoff. Zugegeben, es ist manchmal schneller und einfacher, zu einem Thema oder einer Frage einen kurzen Vortrag zu entwickeln oder eine Diskussion zu moderieren und natürlich können diese Sessions auch sehr spannend und inhaltsreich sein.

Barcamp als Experimentierfeld?
Was aber wäre, wenn wir das Barcamp als unser Experimentierfeld ansehen? Wenn wir uns also immer wieder bemühen, für uns neue Inhalte und Themen kennenzulernen und aufzugreifen und nach und nach auch neue Kombinationen auszuprobieren? Wenn wir – nach dem allerersten Überwinden – nicht bei einem Thema/einer Methode verbleiben, sondern immer wieder „Neues“ wagen? Dann würde es immer wieder Überraschungen für uns geben – für alle von uns! Ein schöner Gedanke, oder?

Neue Gedanken zum Thema Barcamp

Schon öfter habe ich in diesem Blog etwas über Barcamps geschrieben. Ich habe den Besuch meines ersten Barcamps beschrieben, mir grundsätzliche Gedanken zum Thema Barcamp gemacht, an den Blogparaden „Mein erstes Barcamp“ und „Was ist der Nutzen von Barcamps“ teilgenommen.Als Insa Künkel gestern fragte

fühlte ich mich – natürlich sofort angesprochen. Gleichzeitig machten (und machen) mich zwei Blogbeiträge von Torsten Maue und Christian de Vries nachdenklich.

Was fasziniert mich also an Barcamps?
Im Laufe der Jahre habe ich ziemlich viele Konferenzen, Tagungen, Workshops, Seminare und (Weiterbildungs-) Veranstaltungen aller Art besucht. Meistens gab es ein verbindendes Merkmal: der- oder diejenige „vorne“ sprach, alle anderen hörten zu – manchmal mit der Möglichkeit in den letzten Minuten ein paar Fragen zu stellen. Wie oft habe ich bedauert, daß es keinen Austausch, keine Diskussion, keine Ideensammlung mit allen Anwesenden gab, wie oft war ich enttäuscht, wenn hochaktuelle Entwicklungen überhaupt nicht oder nur am Rande angesprochen wurden, wie oft war ich genervt, wenn der/die Vortragende meine Erwartungen nicht erfüllte.

Was aber ist bei Barcamps anders?
– es finden zeitgleich mehrere Sessions statt, man kann also auswählen, was man sich anhört (und bei Nichtgefallen kann man die Session auch verlassen)
– jeder kann ein Thema/eine Frage als Session anbieten – eben auch als Diskussionssession
– in den meisten Sessions freuen sich die Sessiongeber, wenn die Anwesenden mitdiskutieren
– durch die Diskussionen in den Sessions und auch durch die Twitterbegleitung der Sessions finden sehr viele spannende Gespräche statt (online und offline)
– manchmal ergeben sich Sessionvorschläge auch aus Gesprächen und Diskussionen am ersten Tag (so zum Beispiel meine Session mit Heinz Wittenbrink beim Content Strategy Camp in Dieburg und meine Session mit Norbert Tuschen und Timo Stoppacher beim Barcamp Düsseldorf)
– weil die Teilnehmer das konkrete Programm erst am jeweiligen Tag gemeinsam planen, ist das Format hochaktuell, sehr flexibel und läßt viel Raum für Spontanität.

Ja, klar – nicht alle Sessionthemen sind immer für mich interessant. So manche Sessionrunde habe ich auch plaudernd verpaßt – aber manchmal sind die persönlichen Gespräche, die sich zufällig ergeben – für den Moment wichtiger. Es sind oft Gespräche, die zu neuen Ideen oder Projekten führen, die Kontakte aufbauen oder vertiefen.

Die Schwachstellen …..
Natürlich haben Barcamps auch Schwachstellen. Ole Wintermann hat schon 2012 in einem Blogbeitrag einige benannt, Torsten Maue hat in seinem Blogbeitrag weitere „Baustellen“ aufgelistet, die ich in einem gewissen Ausmaß auch so erlebe.

Verbindlichkeit und Anspruchsdenken?
Die Finanzierung von Barcamps und damit zusammenhängend die Preisgestaltung bei den Barcamptickets sind sicherlich komplexe Themen, zu denen es viele unterschiedliche Meinungen gibt. Das grundsätzliche Problem bei „gekauften“ Tickets ist ein manchmal entstehendes Anspruchsdenken der Teilnehmer – sowohl im Hinblick auf „erwarteten Service“ als auch auf „Übertragbarkeit“ oder „Erstattung“ von Tickets. So ärgerlich kurzfristige Absagen oder zahlreiche spontan Ausbleibende („No Shows) sind, so wenig führt eine Ticketgebühr automatisch zu mehr Verbindlichkeit. Der gezahlte Preis erweckt manchmal eher den Eindruck, daß man ja – wie mit einer Konzert- oder Theaterkarte – damit machen kann, was man will. Das „Gemeinsame“ des Barcamps scheint manchmal in den Hintergrund zu rücken.

Themenvielfalt?
Nach zwei Jahren Barcamps sind mir viele Themen und die dazugehörigen Akteure bereits bekannt. Auch wenn es sicher immer wieder neue Entwicklungen/neue Tools gibt, ist eine vierteljährliche Teilnahme an einem bestimmten Thema nicht so wirklich spannend. Das gilt natürlich auch für meine Themen. Für mich selbst habe ich mir daher die Aufgabe gestellt, immer wieder neue Themen zu erarbeiten. Gerade die Diskussionsthemen (siehe oben) waren insofern für mich wirklich spannend!

Begrenzt durch die Filterbubble?
Interessanterweise habe ich den Aspekt „Themenvielfalt“ auf den Barcamps in meiner Region (Köln und Düsseldorf) stärker wahrgenommen als in Dieburg. Warum? Weil ich in Köln und Düsseldorf natürlich viele Teilnehmer (und ihre Themen) schon kannte. Gerade die abweichende Zusammensetzung des Teilnehmerfelds in Dieburg hat zu neuen Gedanken, Gesprächen und Diskussionsthemen geführt. So schön es ist, bestehende Kontakte zu vertiefen (und ich möchte das nicht missen!), so wichtig ist es auch, immer wieder über den persönlichen und thematischen Tellerrand hinauszuschauen. Das ist mir in Dieburg bei dem langen abendlichen Gespräch mit Heinz Wittenbrink sehr klar geworden.

Mut zu Neuem?
Es ist nicht nur die Themenvielfalt an sich, die mich manchmal beschäftigt, es ist auch der Mut, neue Sessionformen anzubieten und auszuprobieren. In den letzten zwei Jahren habe ich schon ein besseres Gespür entwickelt, herauszuhören, was sich hinter den jeweiligen Sessionvorschlägen versteckt. Gut gemachte Vorträge höre ich mir (wenn die Themen mich interessieren) durchaus an, aber noch verlockender sind oft Diskussionssessions oder auch „Testläufe“ mit anderen Formaten. Dazu gehören natürlich zwei Seiten – die mutigen Sessionanbieter (wobei zu manchem Format oder Testlauf auch einiges an Vorbereitung gehört) und die mutigen Sessionteilnehmer. Ein Thema, an dem ich auch (auf beiden Seiten) noch arbeiten muß …..

Und danach?
Christian de Vries spricht mit seinem Blogbeitrag einen wunden Punkt an. Ich schreibe eigentlich relativ selten über die von mir besuchten Barcamps. Während des Barcamps twittere ich live und mit großer Ausdauer, nach dem Barcamp überlege ich mir zwar noch, welche Aspekte sich für einen Blogbeitrag eignen, aber meistens bleibt es bei dem Gedanken. Und zu meiner Verteidigung sage ich mir dann immer, daß es besser ist keinen Beitrag zu schreiben als einen schlechten Beitrag …….

Aber – und da treffen sich die Beiträge von Christian de Vries und von Torsten Maue mit der Frage von Insa Künkel – wie können wir Neuen das Barcampformat so schildern, daß sie auch voller Vorfreude und Neugier teilnehmen, ihre Themen und Fragen einbringen und gemeinsam mit uns immer wieder etwas Neues gestalten? Wir können natürlich Blogbeiträge schreiben, wir können aber auch über andere Wege nachdenken – auch über Wege, die uns das Schreiben von Blogbeiträgen oder Beiträgen in Netzwerken erleichtern. Ein möglicher Weg sind die sessionbegleitenden Etherpads, die bei manchen Barcamps eingerichtet und betreut werden. Gut gefallen hat mir auch das Storify von Ralf Neuhäuser, das die Session von Ulrike Zecher zusammenfaßt. Vermutlich gibt es viele weitere Möglichkeiten, wie wir attraktive Berichte über Barcamps und Sessions „verfassen“ können. Der „Bericht“ ist aber nur eine Seite.

Die langfristigen Wirkungen ….
Ein Barcamp ist erst einmal ein einzelnes Ereignis. Aber die Menschen, die sich dort begegnen, miteinander diskutieren, sich über Twitter oder andere Netzwerke verbinden, begegnen sich auch an anderen „Orten“ (online und offline). Angefangene Gespräche werden weitergeführt, neue Themen und Aspekte kommen hinzu – oft entstehen Ideen für gemeinsame Aktivitäten und manchmal auch konkrete Projekte. Dieser Teil läßt sich manchmal aus den Barcampberichten herausfühlen, selten wird er jedoch konkret angesprochen. Vielleicht sollten wir auch diese Geschichten einmal erzählen – denn auch damit könnten wir Menschen begeistern!

Mein Fazit
Ja, ich bin fasziniert von Barcamps. Aber ich habe gelernt, daß ein für mich gutes Barcamp zu einem gewissen Ausmaß auch davon abhängt, was ich in das Barcamp „reinstecke“ und wie offen ich für neue Kontakte, neue Themen und neue Erfahrungen bin. Im besten Fall ist es eine gelungene Gratwanderung zwischen dem Neuen und dem Vertrauten, im schlimmsten Fall entweder fremd oder langweilig. Aber „richtig schlimm“ war es bisher noch nie!