Lampenfieber?

Ich ergreife die zeitlich „letzte Chance“ noch an der Blogparade der LVQ zum Thema Lampenfieber und Prüfungsangst teilzunehmen. Der Lars Hahn fragt nach Erfahrungen, Tipps und Tricks zu diesem Thema.

Prüfungsangst und Lampenfieber?
Etwas Aufregung, Anspannung oder Nervosität gehört einfach dazu – zu jeder Prüfung, zu jedem öffentlichen Auftritt, zu jedem Vortrag, Workshop oder Dozenteneinsatz. Das ist wie das Salz in der Suppe – ohne Salz schmeckt die Suppe nicht, zuviel ist aber auch nicht gut.

Zugegeben, meine (formalen) Prüfungen liegen schon ein bißchen länger zurück. Gerade bei wichtigen Klausuren (zum Beispiel im Staatsexamen) war ich natürlich aufgeregt, aber ich würde nicht von Prüfungsangst sprechen wollen. Ein wichtiger Aspekt – vor allem bei den Klausuren – war immer das Thema „Zeitdruck“. Ich weiß heute noch, daß ich im wöchentlichen Klausurenkurs vor dem ersten Staatsexamen meine Klausuren fast immer eine Stunde zu früh abgegeben habe. Meine Noten in den Übungsklausuren sahen dementsprechend aus. Aber: in den wirklich wichtigen Klausuren hatte ich plötzlich das Gefühl wahnsinnig viel Zeit zu haben. Ich konnte es mir zeitlich leisten, über die Aufgabe nachzudenken, meinen Text vor der Abgabe noch einmal in Ruhe durchzulesen und noch zu korrigieren oder zu ändern. Für mich damals ein hilfreicher Weg!

Referate und Vorträge habe ich eigentlich schon immer gerne gehalten. Schon während der Schulzeit habe ich die Chance, durch Referate meine Noten (vor allem in mündlichen Fächern) zu verbessern, gerne ergriffen. Je nach Thema habe ich einige Stunden mit ein paar Büchern aus der Stadtbibiothek verbracht, um mich rundum vorzubereiten. Dabei habe ich natürlich auch immer spannende Dinge entdeckt, die mich persönlich interessierten.

So ist es nicht weiter verwunderlich, daß ich mit Beginn meiner selbständigen Tätigkeit gerne die Möglichkeiten wahrgenommen habe, Vorträge und Workshops zu halten. Am Anfang dominierten Themen rund um Existenzgründung und Selbständigkeit, daraus wurden dann vertragsrechtliche und erbrechtliche Themen und schließlich Themenfelder rund um „Social Media“ – so zum Beispiel mein Urheberrechtsquiz.

Ich habe durch die Vorträge und Workshops sehr viel gelernt – fachlich durch die meistens intensive Vorbereitung, die meine Fachkenntnisse auch immer wieder aktualisiert und vertieft hat und persönlich durch das Feedback der Teilnehmenden.

Tipps und Tricks?
Ein „Rezeptbuch“ für gute und „erfolgreiche“ Vorträge und Workshops habe ich (leider) nicht. Über die Jahre habe ich aber viel ausprobiert und auch viel gelernt und weiß jetzt einigermaßen, was für mich funktioniert oder was gerade nicht funktioniert.

Vorbereitung
Vorträge und Workshops sind eine wunderbare Chance, mich und „mein“ Thema zu präsentieren. Das funktioniert aber nur, wenn ich mit dem Thema etwas anfangen kann. Die Frage, ob ich aus dem Handgelenk sofort einen (inhaltlichen) Vortrag zu dem Thema halten könnte, ist dabei weniger wichtig, als das eigentliche Interesse an dem Thema. Wenn mich das Thema nicht anspricht oder ich es sogar ablehne, dann ist es sehr viel schwieriger etwas „Passendes“ vorzubereiten, als bei „attraktiven“ Themen. Zugegeben, diesen Luxus der Auswahl hat man nicht, wenn man als Angestellte/r etwas vorbereiten muß.

Gerade bei meinen allerersten Vorträgen und Workshops habe ich immer sehr viel Zeit (und Liebe) in die Vorbereitung gesteckt. Das ging so weit, daß ich mit Familienmitgliedern geübt habe (die Erbrechtskenntnisse meiner Mutter sind seitdem deutlich gestiegen ……). Die Idee dahinter: wenn „normale Menschen“ mich und meine Gedankengänge verstehen, dann kann ich das „so“ auch in einem Vortrag oder Workshop darstellen. Überall, wo von meinen Vorbereitungsversuchsopfern Verständnisfragen kamen, habe ich am Inhalt gefeilt. So habe ich nach und nach gelernt, auch relativ komplexe Zusammenhänge halbwegs verständlich zu erkären.
Heute lassen sich Vorträge und Workshops auch gut bei Barcamps oder anderen offenen Veranstaltungen „testen“ – eine Möglichkeit, die ich gelegentlich für neue Themen genutzt habe. Auch einen Testlauf in einem Hangout könnte ich mir gut vorstellen, um so in einem kleinen Kreis etwas auszuprobieren. Ein großer Vorteil solcher „Testläufe“ ist das ehrliche Feedback …..

Bei Vorträgen und Workshops frage ich den Auftraggeber/Veranstalter in der Regel auch gezielt, welche Fragen und Themen aus seiner Sicht wichtig sind. Manchmal habe ich vorher sogar kleine „Fragebögen“ an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschickt (eigentlich verschicken lassen), um mich entsprechend vorbereiten zu können.

Meine wichtigsten Gedanken habe ich meistens in ein „Handout“ gesteckt – eine kleine Zusammenfassung für mich und gleichzeitig ein Mittel für das Selbstmarketing danach (in einem Fall hat mich jemand zwei Jahre nach einem Vortrag angerufen und beauftragt).

PP – ja oder nein?
Am Anfang habe ich oft mit sehr textlastigen Folien gearbeitet. Diese Vorgehensweise hat drei Nachteile – die Technikabhängigkeit, die schlechte Lesbarkeit von Folien mit viel Text und die Tatsache, daß die Zuhörerinnen und Zuhörer, dann eben nicht mehr „zuhören“, sondern nur noch lesen. Mittlerweile bin ich weitestgehend von der Foliennutzung abgekommen. Bei meinem Urheberrechtsquiz nutze ich PP-Folien (wenn überhaupt) zum Mitlesen der Fragen, der eigentliche Workshopteil ist aber „folienfrei“, bei anderen Themen nutze ich oft Blätter mit Stichworten oder Karteikarten mit Stichworten. Der Vorteil der Karteikarten ist, daß ich einerseits nichts Wichtiges vergesse, andererseits aber die Reihenfolge der Themen flexibel ist. Durch die Beschränkung auf Stichworte (ober beim Urheberrechtsquiz auf Fragen) komme ich auch nicht in die Versuchung etwas vorzulesen. Das mag am Anfang ungewohnt sein, aber Übung (siehe oben) macht auch hier den Meister!

Fragen zulassen – ja oder nein?
Natürlich habe ich mir am Anfang oft Sorgen gemacht, ob ich eventuelle Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wohl beantworten kann. Das hat sicherlich meine Vorbereitung beeinflußt, aber auch mein „Wohlbefinden“ kurz vor dem Vortrag oder Workshop. Für mich war es hilfreich, mich mit der Frage, ob ich während des Vortrags Fragen überhaupt zulassen möchte, auseinanderzusetzen. In Vorträgen mache ich es oft so: Verständnisfragen jederzeit, Diskussionsfragen und weiterführende Fragen nach dem inhaltlichen Teil, in Workshops oder Kursen greife ich Fragen meistens sofort auf.

Und wenn ich die Frage nicht beantworten kann? Ja, das passiert und das ist auch gar nicht schlimm. Der wesentliche Punkt ist nicht, ob man alles weiß, sondern wie man mit der Frage umgeht. Eine Antwort „gute Frage! Leider kann ich Ihre Frage jetzt nicht beantworten, ich schaue das aber gerne nach und liefere die Antwort nach“ ist in der Regel kein Problem. Kein Mensch kann schließlich alles wissen!

Als Anfänger „outen“?
Vermutlich kennen (fast) alle schlaue Sprüche wie „jeder fängt klein an“ und „es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“. In diesen Sprüchen steckt sehr viel Wahrheit. Auch bei noch so guter Vorbereitung ist der erste Anlauf manchmal holprig (deshalb ist Üben so wichtig). Wenn ich ein „Format“ oder ein Thema zum ersten Mal ausprobiert habe, dann habe ich das meistens den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch erzählt. Mich hat es meistens entlastet, denn die meisten Menschen haben durchaus Verständnis für kleine Pannen, wenn man etwas zum ersten Mal macht. Die Tatsache, daß man zum ersten Mal einen Vortrag zu einem bestimmten Thema hält, heißt ja nicht, daß man sich vorher nicht mit dem Thema beschäftigt hat. Meistens läßt sich die Information gut verpacken „ich beschäftige mich schon lange mit dem Thema X und freue mich, daß ich heute meinen ersten Vortrag zu diesem wichtigen Thema halten kann“.

D-Day – der Tag selbst!
Vor ein paar Jahren sollte ich einen Vortrag in Bonn halten. Ich war rechtzeitig in Bonn am Hauptbahnhof und habe dann (ich weiß nicht warum) die Straßenbahn in die falsche Richtung erwischt. Ich kam noch rechtzeitig am Vortragsort an, aber es war doch sehr aufreibend. Ja, das war ziemlich unangenehm. Insofern habe ich gelernt, an solchen Tagen immer einen ziemlich großen Zeitpuffer einzuplanen. Lieber trinke ich in der Nähe noch einen Kafee oder Tee oder bummle durch eine Buchhandlung als zu spät zu kommen.

Meistens ist es gut, vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anzukommen. So kann ich in aller Ruhe auspacken, meine Unterlagen (zum Beispiel Karteikarten) noch einmal sortieren, die Technik – soweit notwendig – prüfen und mit den ersten ankommenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein bißchen plaudern. Das ermöglicht mir meistens einen relativ entspannten Start.

Es ist natürlich schön, wenn man von den Veranstaltern kurz vorgestellt und eingeführt wird. Dann übernehmen die Gastgeber auch das „Zeitmanagement“ und den offiziellen Start. Da, wo das nicht der Fall ist, muß man natürlich selber tätig werden. Ein paar kurze einleitende Sätze gehören für mich dazu – was das Thema ist, wer ich bin, warum ich dafür die Richtige bin und wie ich während der gemeinsamen Zeit vorgehen möchte (Ziel, Inhalt, Umgang mit Fragen). Bei Workshops mache ich auch gerne eine kurze Vorstellungsrunde, in der ich nach schon vorhandenen Fragen oder konkreten Erwartungen frage. So habe ich einen kurzen Überblick, was mich an dem Tag „erwartet“ und mit wem ich es zu tun habe.
Manchmal ist diese erste Runde überraschend – da sitzen Experten unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die den Vortrag/Workshop selber halten könnten oder da werden Stichworte benannt, an die ich nicht mal in meinen kühnsten Alpträumen gedacht habe. Aber das Wissen um die „Überraschungen“ birgt auch eine Chance – ich kann versuchen, die Expertinnen und Experten und ihr Wissen bewußt einzubeziehen und ich kann Erwartungen, die ich nicht sofort erfüllen kann, auch frühzeitig klarstellen (oft mit dem Hinweis, dazu einen Link oder weitere Informationen herauszusuchen).

Wieviel Diskussion möchte ich zulassen?
Im Laufe der Zeit haben sich meine Vorträge und Workshops verändert. Je sicherer ich in einem bestimmten Bereich wurde, desto besser konnte ich mich auf Fragen und Diskussionen einlassen und Formate entwickeln, die Gesprächszeit bewußt einplanen. Natürlich können dann Fragen kommen, die ich nicht/nicht sofort beantworten kann – ich sage das dann ganz offen und ziehe notfalls auch Grenzen („das ist jetzt aber ein ganz anderes Thema“). Ganz klar ist aber, bei diesen Formaten brauche ich in der Regel mehr Vorbereitungszeit als bei einem „normalen“ Vortrag, andererseits machen sir solche Formate aber auch sehr viel Spaß. Wer schon einmal bei einem Urheberrechtsquiz dabei war, wird das vielleicht nachvollziehen können.

Feedback?
Kein Vortrag, kein Workshop ist so gut, daß man nicht noch etwas verbessern könnte. Soweit es zeitlich möglich ist, bitte ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer deshalb am Ende um ein kurzes Feedback. Natürlich ist es dann schön, wenn ich gelobt werde – mir geht es aber vor allem darum zu lernen, was noch nicht gut ist. Ich frage daher einerseits was gut war und andererseits auch, was ich verändern sollte, damit der nächste Vortrag oder Workshop noch besser wird. Gerade aus den Feedbackrunden habe ich sehr viel gelernt. Wichtig ist es aber auch, daß Feedback einfach anzunehmen – egal ob es positiv oder negativ ist. Es geht nicht darum, sich zu rechtfertigen oder etwas unbedingt zu ändern, sondern einfach zu lernen, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Vortrag oder Workshop erlebt haben. In der Feedbackfrage kann dann ein erstaunliches Lernpotential für einen selbst stecken.

Die „Shortlist“ der Tipps und Tricks
1. Fragen, fragen, fragen – wer sind die Teilnehmer, wo kommen sie her, welche Sorgen oder Erwartungen haben sie?
2. Üben, üben üben!
3. Mut zur Lücke – kein Mensch kann alles wissen.
4. Auf das eigene Wohlbefinden achten – was brauche ich, damit ich den Vortrag oder Workshop gut halten kann. Bequeme Kleidung? Eine Tasse Tee vorher? Ablenkung? Ruhe?
5. Rechtzeitig da sein.
6. Meistens: pünktlich anfangen – das ist Wertschätzung für die schon anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
7. Rechtzeitig überlegen, wie man mit Fragen umgehen will!
8. Überlegen, ob und wie Teilnehmer einbezogen werden. Vorstellungsrunde? Feedbackrunde?
9. Technik vorher prüfen und notfalls pünktlich (aber ohne Technik) starten und (ohne Technik) durchführen.
10. Sich danach belohnen!

Lampenfieber als Vorfreude
Es kann durchaus anstrengend sein, Vorträge und Workshops zu halten, aber es kann auch sehr viel Spaß machen. Lampenfieber ist dann das kleine aber sichere Zeichen der Vorfreude und damit gar nicht negativ, sondern die Prise Salz, die den Tag aus dem Alltag heraushebt.

Lebenslange Lernlust!

Es war einmal die Lernlust ….. – so lautet die Aufgabe, die Bob Blume uns (bis einschließlich heute!) in seiner Blogparade stellt. Es ist also höchste Zeit, das Thema aufzugreifen, bevor es zu spät ist!

Lesen – der Beginn einer großen Leidenschaft
Um die Schulzeit soll es gehen – genauer gesagt um Lernlust während der Schulzeit. Ganz ehrlich: ich habe immer gerne gelernt und ich bin auch gerne zur Schule gegangen. Lediglich den Sportunterricht mochte ich überhaupt nicht und auch die Handarbeiten in der Grundschule waren nicht meine große Leidenschaft. Aber die Schule hat mir den Weg zu den Büchern und zum Lesen geöffnet – zur großen Leidenschaft meines Lebens!

Referate – über Neugier und Recherche
Lernlust verbinde ich weniger mit einzelnen Fächern oder Lehrern, ganz stark aber mit dem Thema „Referate“. Ich war in der Schule immer recht ruhig, mündliche Mitarbeit war weder meine Leidenschaft noch meine Stärke. Wirklich begeistert hat mich immer wieder die Möglichkeit, ein Thema im Rahmen eines Referats zu erarbeiten und zu vertiefen. Egal ob es die Vorstellung eines Romans für den Deutschunterricht (Martin Walser – Ein fliehendes Pferd) oder die Beschreibung des Aufbaus eines Atomreaktors für den Physikunterricht (Thorium-Hoch-Temperatur-Reaktor in Hamm-Uentrup) war, ich habe die Chance begeistert ergriffen und mich in das Thema vertieft. Dabei habe ich viel gelernt – unglaublich viel!

Natürlich war die „Recherche“ damals noch rudimentär. Ein Gang in die Stadtbibliothek, das Heraussuchen von ein paar passenden Büchern, das Zusammentragen der Informationen. Aber ich habe damals – ohne es zu wissen oder zu merken – den Grundstock für mein späteres Studium und für meine berufliche Tätigkeit gelegt: eben mit der entsprechenden Neugier auch neue Gebiete und Frage mit Recherchemethoden erarbeiten zu können und das Ergebnis auch noch vor einer Gruppe zu präsentieren. Das Wichtigste: diese Recherchen haben mir Spaß gemacht und immer wieder habe ich weitere Bücher zu Schulthemen ausgeliehen und gelesen, so zum Beispiel ein ziemlich dickes Buch über Talleyrand als wir die französische Revolution besprachen. Gerade weil das nicht notwendig war, hat es so viel Spaß gemacht! Lernlust ist für mich einfach auch ein anderes Wort für Neugier! Und diese Neugier habe ich während meiner Schulzeit so richtig „ausgelebt“!

Fremdsprachen – das Tor zur Welt
Schon während der Schulzeit gehörte meine große Leidenschaft den Fremdsprachen. Meistens hatte ich die Schulbücher auch relativ schnell schon irgendwie „durchgelesen“ und kannte dann schon die langweiligen Lehrbuchdialoge zwischen Betty und Peter oder die kleinen Berichte über gesellschaftliche und politische Themen. Umso dankbarer war ich, als wir auch in den Fremdsprachen mit Lektüren, Zeitschriften (ich erinnere mich noch an das Newsweek-Abo und die monatelang danach noch eintrudelnde Werbung ……) und Radiomitteilungen arbeiten „mußten“. Das war schon eine ziemliche Herausforderung, aber auch eine wahnsinnig große Chance. Natürlich habe ich dann einen Englisch-Leistungskurs gewählt und irgendwann zwischendurch meine (damals noch bescheidenen) Sprachkenntnisse in England ausprobiert.

Besonderen Spaß hat es mir dann gemacht, Kinderbücher in der englischen Sprache zu lesen. Ja, natürlich war ich damals eigentlich schon zu alt für Kinderbücher – aber das „Brer Rabbit Book“ habe ich mir wirklich Wort für Wort „erobert“. Auch wiederum etwas, das ich nicht tun mußte, das mir – trotz aller Arbeit – Spaß gemacht hat und von dem ich heute noch zehre. Sowohl von der „gelernten“ Ausdauer als auch von den vielen Vokabeln, die ich damals ohne Zeitdruck gelernt habe.

Kreativität – das große Ausprobieren im Deutschkurs
Ab der 9. Klasse hatten wir einen „modernen“ Deutschlehrer, der sowohl auf Diskussionen als auch auf Kreativität sehr viel Wert legte. Wir hatten in jeder Klassenarbeit die Auswahl zwischen zwei unterschiedlichen Aufgaben – einer analytischen Aufgabe (zum Beispiel Analyse eines Gedichts) und einer kreativen Aufgabe (zum Beispiel ein Gedicht in einem bestimmten Versmaß oder einen Werbespruch schreiben). Meistens habe ich mit der analytischen Aufgabe angefangen und dann doch noch die kreative Aufgabe gemacht. Auch das natürlich völlig unnötig, aber so hat sogar das Klausurenschreiben Spaß gemacht und ich habe für mich entdeckt, daß ich eine kreative Ader habe (die aber definitiv keine „Bastelarbeiten“ oder „Malereien“ umfaßt).

Und danach?
Ich war traurig als die Schulzeit vorbei war (nur den Sportunterricht habe ich keine Sekunde vermißt!). Aber ich konnte damals noch nicht einschätzen, wieviel ich aus dieser Zeit an wertvollen Erfahrungen für mein Studium und meinen Beruf mitgenommen habe. Die Liebe zu Büchern, zu Fremdsprachen und zur Recherche sind mir geblieben und ich zehre heute noch von den Grundlagen, die ich damals bilden konnte.

Gleichzeitig habe ich glücklicherweise schnell gelernt, daß Lernen und Lernlust mit der Schule nicht vorbei sind, sondern danach gerade erst richtig anfangen! Lernlust ist ein lebenslanges Thema und so lese ich noch heute begeistert Bücher und Zeitschriften in Fremdsprachen, lerne neue Vokabeln und sogar neue Sprachen, entdecke neue Themenfelder und recherchiere in Bereichen, die mir noch nicht vertraut sind. All das ist für mich „Lernlust“ und all das möchte ich in meinem Leben nicht missen!