Innovativ sein?!

Letzten Mittwoch fand in Düsseldorf im Gewächshaus eine Kooperationsveranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung zum Thema Innovation statt. „How to be innovative“ war der Titel der Veranstaltung, der mich so neugierig machte, daß ich mich angemeldet habe und hingefahren bin.

Neugierig auf Innovation?
Ich bin neugierig auf das Thema Innovation aber auch auf den Umgang mit dem Thema. Oft genug wird Innovation als technische Neu- beziehungsweise Weiterentwicklung verstanden. Es geht dann oft um patentrechtliche Fragen, um Fördermöglichkeiten bei Forschung und Entwicklung, um die Markteinführung neuer Produkte. Das ist alles wichtig. Nach meinem Verständnis umfaßt Innovation aber mehr. Es ist eine Aufgabe und Herangehensweise, die für alle kleinen und großen Unternehmen wichtig ist. Wenn sich die „Außenbedingungen“ ändern (zum Beispiel durch die Digitalisierung), dann müssen wir alle schauen, ob/welche Produkte und Dienstleistungen noch „passen“, wie wir unser Angebot verändern und uns und unser Angebot immer wieder „neu erfinden“. Dazu gehört viel Arbeit, viel Austausch, viel Mut, viel Neugier und auch viel Freude am Ausprobieren.
Meistens finde ich bei Veranstaltungen zum Thema Innovation nur wenige dieser Aspekte wieder. Natürlich nehme ich trotzdem Anregungen und Fragestellungen für mich mit – oft aber auch mit dem Gefühl, daß man mehr aus dem Thema machen könnte. Entsprechend neugierig war ich auf die Veranstaltung der Naumann-Stiftung.

Meine Erwartung….
Aufgrund der Einladung (Experten, Diskussion, Minimesse) hatte ich vermutet und erwartet, daß ich vor allem (passiv) etwas hören würde, ein paar Informationen zum Thema sammeln könnte und vielleicht noch ein paar Broschüren mitnehmen könnte. So, wie Veranstaltungen halt oft ablaufen.

…. und wie es wirklich war!
Doch ich wurde positiv überrascht, denn die Veranstalter haben das Thema zum Anlaß genommen, selber etwas Anderes – etwas für sie Neues – auszuprobieren. Das war eine gute Entscheidung! Nach einer kurzen Vorstellung der Experten mit Eingangsstatements und einer wirklich kurzen Diskussion, ging der eigentlich wichtige Teil der Veranstaltung los, die „Mini-Messe“. Jedem Experten wurde ein Stehtisch zugeteilt. Alle Teilnehmer hatten auf ihren Namensschildern einen farbigen Punkt – zum Beispiel gelb oder grün. Jede Farbe stand für eine bestimmte Reihenfolge der Tischbesuche. Ich hatte einen gelben Punkt und habe zusammen mit zwei Menschen, die ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte, zuerst den Tisch von Herrn Professor Burkhardt (Kopfspringer GmbH) besucht, danach den Tisch von Herrn Krause und so weiter bis wir an allen Tischen jeweils ein Gespräch geführt hatten.

Interessant waren dabei zwei Aspekte:
Zum einen war es sehr spannend zu sehen, wie der jeweilige Experte (es waren alles Herren) den Gesprächseinstieg gestaltete. Sehr positiv und auch vernetzend war die relativ einfach wirkende Frage „was machen Sie denn“ – darauf konnte jeder von uns antworten und ich habe so auch gleich in der ersten Runde etwas über die beiden anderen Menschen in meiner „Farbgruppe“ erfahren. Gesprächsanfänge wie „welche Fragen haben Sie an die Politik“ (öhmmm, gerade keine, kann mal jemand anders antworten ….) oder „kennen Sie unsere Förderprogramme“ (ähmm, nein …..) waren schon schwieriger. Bei diesen Fragen habe ich mich stärker zurückgehalten (das meine ich zumindest) und den beiden anderen Tischbesuchern zugehört. Lediglich am letzten Tisch meiner Gruppe kam kein echtes Gespräch mit dem Experten mehr zustande. Vielleicht lag es aber auch einfach an der mittlerweile fortgeschrittenen Uhrzeit.
Der weitaus wichtigere zweite Aspekt: durch die gemeinsamen Gespräche mit den Experten fand auch innerhalb der kleinen Gruppe ein Austausch statt. In meinem Fall führte das sogar zu einem ausführlichen Gespräch (über Innovation, Empathie, Projekte und Bienen) und einer weiteren Vernetzung über Social-Media-Kanäle. Gerade diese „beiläufige“ Art der Vernetzung fand ich sehr ansprechend.

Natürlich sind das alles erst einmal nur kleine Schritte, aber wie ich 2014 schon einmal in dem Blogbeitrag „Neues wagen“ geschrieben habe, sind diese kleinen Schritte extrem wichtig.

Mein Fazit
Schön, daß die Naumann-Stiftung das Thema Innovation aufgegriffen hat und dabei selber etwas Neues probiert hat. Mir hat der Abend sehr gut gefallen – das lag eben auch an den guten Gesprächen, die durch das Veranstaltungsformat möglich wurden – und ich bin auch motiviert, mich wieder stärker mit diesem Thema zu beschäftigen.

Ein Punkt hat sich allerdings nicht verändert – ich habe von der Veranstaltung auch getwittert. Meine Tweets und ein paar „Reaktionen“ habe ich einem Storify zur Veranstaltung zusammengefaßt.

Bleibt zum Abschluß eigentlich nur noch eine Frage: was haben Sie/habt Ihr in den letzten 12 Monaten Neues ausprobiert?

Twitterview – ein mutiges Experiment!

Heute wagte sich Karl-Thomas Neumann, der „Chef“ von Opel, in ein „Twitterview“ mit Spiegel Online. Eine Stunde lang stellte er sich auf Twitter unter dem Hashtag #twopel den Fragen von Spiegel Online, in geringerem Ausmaß auch den Fragen von interessierten Twitterern.

Twitterview?
Menschen, die twittern, sind oftmals auch bei der Wortfindung sehr kreativ. So hat sich der Begriff „Twitterview“ für ein über Twitter geführtes Interview entwickelt – sozusagen als Kurzform für „Twitter Interview“. Die Fragen werden allerdings nicht nur von einem Interviewer gestellt, vielmehr handelt es sich um ein „öffentliches“ Gespräch auf Twitter, an dem über den Hashtag viele Menschen aktiv und passiv teilnehmen können.

Die Rahmenbedingungen

Jedes Interview basiert auf einer Absprache: wer sind die Gesprächspartner, wo findet das Gespräch statt, werden die Fragen vorher abgestimmt, um welche Themen geht es …. Diese Absprache ist auch für ein Twitterview von Bedeutung und sollte keineswegs auf Uhrzeit und Hashtag beschränkt sein, denn hier gibt es einen „dritten“ Mitspieler – die „Twittergemeinde“.

Die Erwartungen der „Twittergemeinde“ an das Twitterview mit Karl-Thomas Neumann waren ziemlich hoch. Die meisten Twitterer gingen ganz klar davon aus, daß sich Herr Neumann gerade auch den Fragen der „normalen“ Twitterer stellt und nicht nur den Fragen von Spiegel Online. Die Ankündigung von Spiegel Online hatte ich im Vorfeld nicht gelesen, sie liest sich jedoch so, als ob nur eine direkte Interaktion zwischen Herrn Neumann und Spiegel Online geplant war, eine Moderation von „Leserfragen“ sollte wohl über Spiegel Online erfolgen.

Und genau hier wurde es schwierig: viele Menschen stellten über Twitter interssante Fragen. Doch diese Fragen wurden weder von Herrn Neumann noch von Spiegel Online aufgegriffen. Schnell machte sich Enttäuschung über das Format bzw. die (fehlende) Reaktion von Herrn Neumann breit.

Auch das Storify von Spiegel Online enthält – obwohl ich viele Tweets mit dem Hashtag #twopel gesehen habe, nur die Tweets (bzw. Retweets) von Spiegel Online und von Herrn Neumann.

Lerneffekt?
Ich war zunächst auch überrascht, daß die „Publikumsfragen“ im Twitterview kaum zum Tragen kamen. Spiegel Online hat anscheinend gerade einmal drei Tweets retweetet. Das ist natürlich zu wenig, um den aktiven Twitterern das Gefühl einer Gesprächsbeteiligung zu geben. Trotzdem finde ich es gut, daß Herr Neumann dieses Experiment gewagt hat. Nur dann, wenn wir etwas ausprobieren, können wir auch lernen.

Aber was ist für mich der Lerneffekt:
– Ich wünsche mir klar kommunizierte Rahmenbedingungen, die gerade am Anfang auch noch einmal per Twitter mitgeteilt werden.
– Ich wünsche mir von Seiten der Interviewer mehr Interesse an den Publikumsfragen.
– Hilfreich wäre es auch gewesen, wenn jemand vom Interviewer-Team auf den „Unmut“ der Twitterer reagiert hätte (Beispiel: danke für die vielen tollen Fragen, wir werden gleich ein paar davon aufgreifen).
– Ich wünsche mir aber auch von den mitlesenden Twitterern einen freundlichen und wohlwollenden Umgang mit Twitterview-Gesprächspartnern. Das Format des Twitterviews ist noch nicht sehr alt und wir alle müssen erst lernen, wie wir damit umgehen. Auch wenn ich die Enttäuschung in einem gewissen Ausmaß verstehen kann, so sollten wir doch alle etwas ausprobieren können und nicht sofort „Perfektion“ einfordern.

Mich persönlich würde sehr interessieren, wie Herr Neumann das Twitterview erlebt hat. Ich habe ihm über Twitter diese Frage gestellt, leider habe ich noch keine Antwort erhalten.

Das Format „Twitterview“ an sich finde ich einerseits spannend, andererseits aber auch ziemlich anspruchsvoll. Gerade bei bekannten Gesprächspartnern dürfte es schwierig sein, Gesprächsfäden über den Hashtag im Blick zu halten. Hier wäre wahrscheinlich eine begleitende Unterstützung notwendig, die Fragen aufgreift, sammelt oder angemessen auf Tweets reagiert.

#debatte beim ZDF

Gestern habe ich – eher zufällig – die neue Sendung „Debatte“ beim ZDF mitbekommen. Richtig begeistert war ich nicht, trotzdem denke ich, daß das Format durchaus interessante Ansätze hat.

Was hat mich gestern gestört?
1. Die Frage: Der Trailer zur Sendung stellte ganz stark auf das Thema „Rente“ ab. Durchaus ein wichtiges Thema. Die konkret formulierte Frage lautete jedoch „Leben die Alten auf Kosten der Jungen“ – eine solche Frage kann man auf das Thema Rente beziehen, man kann sie jedoch auch weiter verstehen. Die Antworten der Gäste während der Sendung machten das deutlich. Eine richtige Debatte hätte insofern eine eindeutigere Frage benötigt.

2. Die Gäste: ausgehend von der Frage „Leben die Alten auf Kosten der Jungen“ fehlte mir die eindeutige Pro- oder Kontra-Zuordnung. Weder die „Alten“ noch die „Jungen“ konnten mit dieser Frage ihrer Pro- bzw. Kontra-Rolle gerecht werden. In den vierminütigen Statements sprachen alle von anderen Aspekten – von Gesellschaft, Wirtschaft, Markt, Bankenrettung, Staatsverschuldung ….. Wenn schon beim „Eingangsstatement“ keine wirkliche Pro- oder Kontra-Haltung zu erkennen ist, dann ist die Debatte irgendwie schwierig. Lag es nur an der Frage? Oder lag es auch an den Gästen selbst?

3.  Die Länge der Statements: grundsätzlich fand ich die Idee gut, daß die Gäste ausreden durften. Die Dauer der Eingangsstatements fand ich – als Zuhörerin – allerdings sehr lang. Gerade die Zeit von 4 Minunten verleitet dazu, alle Themen, die man irgendwie unterbringen möchte, irgendwie anzusprechen – und das ist leider auch passiert. Eine Fokussierung auf die eigentliche Frage fand nur teilweise statt (wobei die Frage dazu ja auch „eingeladen“ hat).

4. Die Diskussionskultur: etwas genervt war ich, als die Älteren rhetorisch „zuschlugen“. Erst ließ Beck die Jüngeren praktisch nicht mehr zu Wort kommen (wie war das mit der Prämisse „wir lassen alle ausreden“?), dann taten sich Beck und Geißler gegenseitig mit „das geht ohnehin nicht“, „das ist nicht konsensfähig“ und ähnlichen Äußerungen hervor. Ja, das mag durchaus so sein – aber eine Aussage „das geht ohnehin nicht“ tötet jede Diskussion ab. An der Stelle hätte ich mir ein Eingreifen des Moderators gewünscht („warum geht das nicht?“) – um über Inhalte zu sprechen und nicht über Politikerfahrung.

5. Darbringung der Beiträge: eine solche Sendung steht und fällt ganz stark mit der rhetorischen Kompetenz der Gäste. Hier zeigten sich teilweise Schwächen, die durchaus (z.B. Nocun) mit dem Alter und der Nervosität zusammenhängen. Ich fand es schon „etwas mühsam“ dem Startbeitrag zu folgen, auch wenn ich die Argumente inhaltlich nachvollziehen konnte. Vielleicht sollte man dies bei der Gästeauswahl angemessen berücksichtigen, damit die Gäste auch ene faire Chance haben.

6. Abstimmung: ich persönlich hätte bei der Frage nicht wirklich pro oder kontra abstimmen können bzw. wollen. Und ganz ehrlich: mich hat weder das Ergebnis der Startabstimmung noch das Endergebnis wirklich interessiert.

7. Einbeziehung des Publikums: gut fand ich, daß das Publikum fragen stellen konnte und diese Möglichkeit auch genutzt hat. Das war eigentlich der Teil, der mir noch am besten gefallen hat, da es hier eben nicht darum ging, daß die Gäste sich gegenseitig „vorführen“ oder gegenseitig vorhalten, was doch alles nicht geht. Die Fragen aus dem Publikum fand ich auch ausgesprochen gut.

8. Social-Media-Einbindung: Tweets als Laufband fand ich eine gute Idee, das hätte man aber länger machen können, schließlich gab es unter #debatte genügend Tweets zum Thema. So war es nur eine sehr kleine Auswahl, die da langlief. Die Abstimmung per Twitter hat mich etwas genervt, da ich unter dem Hashtag #debatte dann vor allem die Pro- und Kontra-Stimmen durchscrollen mußte. Hier würde ich mir (wenn die Abstimmung so wichtig ist) eine andere Lösung wünschen, sonst macht das Mitdiskutieren unter dem Hashtag nicht wirklich Spaß.

Nächste Runde? Mal sehen, was das ZDF aus dem Format macht. Ob ich die nächste Sendung schaue hängt sicherlich stark vom Thema ab.

To MOOC or not to MOOC …..

Dabei sein oder nicht dabei sein – das ist die Frage, die sich mir im Januar 2013 stellte. Seit dem 16.01.2013 läuft der erste MOOC-Maker-Course, der #mmc13. Das Format „MOOC“ an sich ist nicht neu – ich „kenne“ es seit 2011 und mittlerweile finde ich es auch gelegentlich in meiner Twitter-Timeline. Was aber hat es mit diesem Thema auf sich?

1. Was ist denn überhaupt ein MOOC?
Hinter dem Akronym MOOC verbirgt sich ein „massive open online course“. Alles klar? Für mich war es das – als ich in das Thema einstieg – nicht. Also habe ich damals (2011) nach weiteren Informationen gesucht. Dave Cormier hat in einem Video sehr schön zusammengefaßt, was für ihn einen MOOC ausmacht. Eine deutsche Übersetzung des Textes findet sich hier.

2. Was habe ich davon?
Ein faszinierendes Konzept und so habe ich mich (trotz Zeitmangel) 2011 für den (meines Wissens ersten) deutschsprachigen MOOC – den #opco11 – angemeldet. Meine „Teilnahme“ war eher passiver Natur (in MOOC-Insider-Kreisen würde man mich als „Lurker“ bezeichnen). Ich muß zugeben, daß ich fast immer ziemlich neugierig bin und die Chance ein völlig neues Format mitzuerleben konnte ich nicht verstreichen lassen. Allerdings habe ich wirklich fast nur passiv teilgenommen. Was hat mir das gebracht?
– spannende neue Twitterkontakte
– zusätzliche Informationen aus dem Bereich Online-Lernen/Elearning
– ganz wichtig: das Entdecken für mich völlig neuer Tools (so z.B. Etherpads, Pearltree)

3. Und jetzt: der #mmc13?
Ja, der Zeitmangel ist auch dieses Jahr akut vorhanden. Deshalb habe ich mich diesmal auch nicht offiziell angemeldet und habe auch keine Ziele für mich definiert (die ich ohnehin nicht erreichen würde). Trotzdem verfolge ich in meiner „lernorientierten Timeline“ (dazu nutze ich den Account @AstridChr) immer wieder spannende Diskussionen zu Fragen rund um das Thema MOOC. Eine zusätzliche Herausforderung ist es, daß es bei dem #mmc13 darum geht, wie man selber einen offenen Onlinekurs konzipiert, plant und durchführt. Auch wenn ich mir das grundsätzlich durchaus vorstellen kann, bin ich im Moment doch gedanklich meilenweit davon entfernt. Warum verfolge ich also den #mmc13?
– weil ich dadurch schon wieder spannende neue Twitterkontakte gefunden habe
– weil es mich dazu bringt, mich ein bißchen intensiver mit Google+ zu beschäftigen (dort gibt es für den #mmc13 eine aktive Community)
– weil ich mich mit Themen und Begriffen beschäftige, mit denen ich bisher nichts zu tun hatte (Beispiel: der Begriff „Mathetik„, den @lisarosa in ihren Tweets erwähnt hat)
– weil ich mir durchaus vorstellen kann mein Fachwissen (vor allem aus den Bereichen Recht, Vertragsgestaltung, Kooperation und Mediation) mit einer anderen Herangehensweise „neu“ zu verpacken und damit (als Spätfolge der „MOOC-Teilnahme“) z.B. für Seminare/Workshops „anders“ zu verpacken

4. Meine Gedanken zum #mmc13
Gestern im „Didaktik-Special“ ging es unter anderem auch um die Frage der Abgrenzung von Webinaren und MOOCs. Die Begriffe „massive“, „open“, „online“ und „course“ helfen bei der Abgrenzung wenig weiter. Schließlich finden auch Webinare im Internet (also online) statt und auch dort kann es große Teilnehmerzahlen geben. Für mich liegt der Unterschied an einer anderen Stelle und von daher möchte ich das Akronym jetzt anders darstellen:

M steht für mich für zwei Begriffe und zwar für mehrdimensional und multidisziplinär (also eine Art Doppel-M).
O steht für mich für offen im Sinne von offen für neue Begegnungen, neue Inhalte, neue Wege und neue Tools. Es ist das Symbol für die – positive – Neugier der sich lernend begegnenden Menschen.
O das zweite o steht für online im Sinne einer Nutzung aller möglichen virtuellen Orte und Kommunikationswege. Gerade die Vielzahl der „Orte“ macht einen MOOC spannend.
C das „c“ hat wiederum mehrere Bedeutungen für mich. Es steht (im Sinne von „courtesy„) für einen großzügigen und wohlwollenden Umgang miteinander, gleichzeitig aber auch für das Bemühen um Gemeinsamkeit („community„) und Zusammenarbeit („cooperation“).

Das mag jetzt alles „rosarot“ und „virtuell einfach“ klingen – ist es aber nicht. Gerade die Teilnahme an einem MOOC (egal ob es der #mmc13 oder ein anderer MOOC ist) kann schnell zu kritischen Fragen führen:
– was ist eigentlich mein Ziel?
– weiß ich, was ich hier gerade tue?
– woran merke ich, daß ich überhaupt etwas lerne?

Verbunden mit dem Gefühl der zeitlichen und inhaltlichen Überforderung (so viele unterschiedliche Beiträge in kurzer Zeit auf vielen unterschiedlichen Plattformen), der Suche nach festen Orten/Ritualen/Gemeinschaften und der ständigen Überflutung mit Informationen, ist die MOOC-Bewältigung schon eine echte Herausforderung. Die Erkenntnis mag sein, daß eine derart „offene“ Kursgestaltung dem einen oder anderen schwerfällt/nicht liegt. Das mag auf den ersten Blick nach einem „Scheitern“ klingen – in Wahrheit ist es eine sehr wichtige Erkenntnis über einen selbst, die eigene Vorgehensweise und den eigenen Lern- und Arbeitsstil. Der MOOC erlaubt es gerade auch, eigene Wege zu erkunden – also z.B. eigene Arbeitsgruppen zu gründen, gemeinsam Blogbeiträge etc. zu verfassen, gemeinsam in Hangouts etc. zu sprechen. Die Qual der Wahl ist dabei manchmal natürlich „erdrückend“ – das gebe ich gerne zu. Aber es ist ein großer Erfolg, wenn man die eigenen Grenzen erkennt und – bewußt – eine Auswahl trifft.

Gerade die Irritation durch die zeitliche und inhaltliche Überforderung und Überflutung (die ich auch bei mir immer wieder feststelle), kann meines Erachtens zu spannenden Lernerfahrungen führen. Das Heraustreten aus dem (Lern-)Alltag, das Erleben einer irritierenden/provozierenden Lernsituation und die Art, wie ich damit umgehe und wie ich den Umgang der anderen mit den Irritationen beobachten kann, können eine spannende Gelegenheit zur persönlichen Weiterentwicklung sein. Dazu paßt wohl auch dieser Aufsatz, den ich gerade nur kurz überflogen habe!

5. Fazit
Der #mmc13 ist noch nicht vorbei, insofern ist dieses Fazit vorläufig und allgemeiner Art: grundsätzlich denke ich, daß die Teilnahme an einem (thematisch interessanten) MOOC eine große Bereicherung sein kann, wenn man sich offen und neugierig darauf einläßt und gleichzeitig seine eigenen Grenzen beachtet. Insofern wünsche ich allen, die sich jetzt oder später zu einer MOOC-Teilnahme entscheiden viel Erfolg, viele gute (virtuelle) Gespräche aber auch viel Gelassenheit!

Zweite Tagespremiere: der #wgrrltalk

Heute war anscheinend der Tag der „Formatpremieren“. Kurz nach dem ersten #pearsonhoa startete auch der erste #wgrrltalk der Webgrrls Bayern. Schon vor Weihnachten hatte @zehnbar mit einem Tweet ein neues „Format“ angekündigt und die Neugier – vor allem meine Neugier – angestachelt, mehr habe ich zu dem Zeitpunkt aber nicht erfahren. Rein zufällig bekam ich heute am späten Nachmittag mit, daß für heute Abend von den bayrischen Webgrrls ein #wgrrltalk angekündigt wurde. Und die Vermutung, daß es sich dabei um das angekündigte neue Format handelt, wurde auf Nachfrage bestätigt.

Mit einer Mischung aus Neugier und Skepsis saß ich also am Abend vor dem Computer und verfolgte den #wgrrltalk auf Twitter.
Vorab: ich hatte den Eindruck, daß nur sehr wenige Webgrrls die Ankündigung überhaupt mitbekommen hatten. Ich persönlich hatte es – wie oben geschrieben – auch nur durch Zufall mitbekommen. Erschwerend kam hinzu, daß der #wgrrltalk als Veranstaltung der Webgrrls Bayern angekündigt wurde.

[tweet https://twitter.com/webgrrls_by/status/289084424103030784 align=’center‘ lang=’de‘]

Diese Ankündigung ist – für das Ausprobieren eines neuen Formats sicherlich verständlich, ich hatte aber gerade aufgrund der Ankündigung Zweifel, ob es für mich überhaupt Sinn macht/erwünscht ist, daran teilzunehmen.

Aber zum Format an sich:
[tweet https://twitter.com/webgrrls_by/status/289085796705767425 align=’center‘ lang=’de‘]

[tweet https://twitter.com/webgrrls_by/status/289086708920762368 align=’center‘ lang=’de‘]

Das Grundprinzip dieses Formats habe ich schon öfter bei Twitter gesehen – so z.B. beim wöchentlichen Reisetalk #RN8. Grundsätzlich eine gute Idee! Aber ein solcher Talk ist – leider – kein Selbstläufer. Meines Erachtens sind (zumindest) folgende „Grundbedingungen“ wichtig:
1. ein Thema, über das Menschen gerne auch in der Öffentlichkeit sprechen/schreiben
2. gute Fragen, die den Austausch fördern
3. eine gewisse Zahl von Menschen, die teilnehmen, damit sich etwas tut

Das Thema des heutigen #wgrrltalk „Finanzielle Absicherung“ war/ist unbestritten ein sehr wichtiges Thema. Es ist für mich aber kein Thema, über das ich mich unbedingt öffentlich äußern möchte und schon gar nicht konkret auf meine Person/meine Absicherung bezogen. Fragen, die ich bei einem Treffen sicherlich diskutieren würde, möchte ich nicht unbedingt auf Twitter beantworten. Insofern habe ich den Talk auch nur verfolgt und nicht geantwortet. Was mir persönlich fehlte:
– der Austausch der Teilnehmer/Teilnehmerinnen untereinander
– eine Antwort bzw. ein Feedback der Fragestellerin auf die Antworten. Ich fühlte mich z.B. mit der Frage:
[tweet https://twitter.com/webgrrls_by/status/289087405670158337 align=’center‘ lang=’de‘]
und den dazu eingehenden Antworten „alleingelassen“ und stellte mir folgende Fragen: Sind diese Versicherungen tatsächlich alle wichtig? Gibt es eine Art „Ranking“? Fehlen vielleicht sogar noch wichtige Versicherungen? Was hängt z.B. von den Lebensumständen ab?
– mehr Webgrrls als Teilnehmerinnen ….

Und falls jetzt jemand neugierig ist: hier der Link zum Storify des #wgrrltalk.

Ich bin gespannt auf die nächste Runde des #wgrrltalk am 06.02.2013 und hoffe, daß dazu „alle“ Webgrrls über Twitter informiert und eingeladen werden.

Der Hangout zum Hangout on Air #pearsonhoa

Ich bin ja immer ziemlich neugierig und so habe ich heute – als ich die Ankündigung zum Hangout #pearsonhoa gelesen habe – auch schnell beschlossen, mir dieses Format anzuschauen. Bisher hatte ich weder den „normalen“ Hangout noch den „Hangout on Air“ getestet – mich aber lesend schon damit beschäftigt. Insofern fand ich die Ankündigung sehr spannend.

Mutig machte ich mich also um 17 Uhr virtuell auf den Weg und verirrte mich total. Keiner der Links, die ich anklickte, führte zu dem von mir gesuchten Event. Bei Google+ war ich völlig falsch und nur durch einen Tweet von @diegoerelebt habe ich dann den Livestream gefunden. Ich fand das sehr verwirrend und könnte jetzt auch niemandem erklären, wie man den Livestream denn tatsächlich sofort finden kann. Aber das ist ein Problem, das die Veranstalter beim nächsten Mal sicherlich lösen können!

Glücklicherweise hatte ich bis dahin nur ein oder zwei Minuten verpaßt – ich kam noch in der Vorstellrunde an. Natürlich suchte ich – wie auch bei Webinaren üblich – sofort nach einem Chat-Bereich. Und: fand nichts. Das fand ich ziemlich enttäuschend. Im Hangout sprachen die Teilnehmer über die vorhandene Augenhöhe bei Hangouts on Air und über die vielen Interaktionsmöglichkeiten und ich – ja ich saß passiv vor meinem Computer und konnte nur zusehen und zuhören. Die einzige „Interaktionsmöglichkeit“ (die aber den Wechsel in ein anderes Medium erforderte) war das gleichzeitige Twittern. Das habe ich dann auch gemacht. Grundsätzlicher Nachteil: da ich (natürlich) keine zwei Bildschirme besitze konnte ich nur entweder den Hangout anschauen oder twittern und den Hangout anhören. Bei dieser Veranstaltung (da nichts Wichtiges gezeigt wurde) kein Problem, aber meines Erachtens für bestimmte Inhalte durchaus ein Nachteil.

Inhaltlich: so schön es auch ist, daß 10 Menschen direkt beim Hangout, der dann live gestreamt wird, teilnehmen können – mir persönlich erschien das Panel zu groß. Bei einer Stunde „Sendezeit“ wurden durch das sehr große Panel sehr viele wichtige und interessante Punkte nur sehr kurz bzw. oberflächlich angerissen. Da wo ich mich mit den Punkten schon beschäftigt hatte (z.B. rechtlicher Bereich) konnte ich den Gedanken und Ausführungen natürlich gut folgen, andere Punkten verpufften für mich sehr stark. Vor allem führte die Twitternutzung (da ja keine andere Interaktionsmöglichkeit bestand) dazu, daß ich die einzelnen Redner kaum unterscheiden konnte. Ich weiß jetzt über die Panelteilnehmer, die ich vorher nicht kannte, im Grunde genommen genauso wenig oder viel wie vorher.

In der Ankündigung klang die Veranstaltung ein bißchen nach „wenn Ihr diesen Hangout on Air seht, dann könnt Ihr das demnächst auch alleine“. Dazu paßten die Inhalte für mich nicht. Probleme, wie z.B. die fehlende Interaktion mit den Zuschauern wurden vom Panel zwar aufgegriffen, die vorgeschlagenen Lösungen (z.B. ein oder zwei freie Plätze, die mit Zuschauern besetzt werden können) fand ich persönlich nicht wirklich attraktiv. Auch die Fokussierung auf bestimmte Aspekte, die dann in der vorhandenen Sendezeit auch vertieft werden können – fände ich für die Zukunft besser.

Viel Kritik am Event? Ja, aber auch die Chance den einen oder anderen Punkt zu diskutieren und anders zu „lösen“. Die Formatidee an sich fand ich gut und wenn es zeitlich klappt (und ich es rechtzeitig mitbekomme), werde ich gerne noch mal zuschauen. Ich bin jetzt schon gespannt, wie der nächste Hangout on Air #pearsonhoa sein wird. Hier könnte Ihr jedenfalls den Stream von heute sehen!